Niere

Nebennierentumor (Inzidentalom)

Zufallsbefund bei 5% aller CTs. Hormonaktivität und Malignität abklären.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

5% aller CTs zeigen Nebennieren-Inzidentalome. Meist gutartige nicht-funktionelle Adenome. Zwei Fragen: 1. Hormonaktiv? 2. Maligne? Abklärung: Phäochromozytom (Katecholamine), Conn-Adenom (Aldosteron), Cushing-Adenom (Cortisol).

Diagnostik & OP

Hormondiagnostik obligat: 1mg-Dexamethason-Hemmtest, Plasma-Metanephrine (Phäochromozytom IMMER ausschließen vor OP!), Aldosteron/Renin. CT: <10 HU = wahrscheinlich Adenom. OP bei: hormonaktiv, >4cm, Größenzunahme >1cm/Jahr. Laparoskopische Adrenalektomie. Phäochromozytom: Alpha-Blockade 10–14 Tage VOR OP!

Inzidentalom: Der Zufallsbefund

Nebennierentumoren werden in 5–10% aller abdominellen CT-Untersuchungen zufällig entdeckt (Inzidentalom). Die Frage lautet immer: Ist der Tumor hormonaktiv? Ist er maligne?

Hormondiagnostik (bei JEDEM Inzidentalom obligat!): Dexamethason-Hemmtest (Ausschluss subklinisches Cushing – häufigster hormonaktiver Befund!). Metanephrine im 24h-Urin oder Plasma (Ausschluss Phäochromozytom – VOR jeder Biopsie oder OP!). Aldosteron/Renin-Quotient bei Hypertonie (Conn-Adenom). DHEAS, Androgene bei V.a. adrenokortikales Karzinom.

Wann operieren?

OP-Indikation: Jeder hormonaktive Tumor (auch subklinisches Cushing). Phäochromozytom (immer OP – auch kleine!). Größe >4 cm (Malignitätsrisiko steigt: <4 cm: 2%, 4–6 cm: 6%, >6 cm: 25%). Größenwachstum >1 cm/Jahr. Bildgebend malignomverdächtig (>10 HU nativ, heterogen, irreguläre Begrenzung, Washout <60%).

OP-Technik: Laparoskopische Adrenalektomie (Standard bei benignen Tumoren <6 cm). Offene Adrenalektomie bei V.a. adrenokortikales Karzinom (En-bloc-Resektion mit umgebendem Fettgewebe). Bei Phäochromozytom: 10–14 Tage präoperative Alpha-Blockade (Phenoxybenzamin) obligat!

NIEMALS Biopsie ohne Phäochromozytom-Ausschluss! Eine Biopsie eines nicht-diagnostizierten Phäochromozytoms kann eine lebensbedrohliche hypertensive Krise auslösen.

Klinischer Kernpunkt

Dieser Artikel wird kontinuierlich erweitert. Für aktuelle Leitlinien-Empfehlungen und weiterführende Informationen besuchen Sie die verlinkten Fachartikel oder nutzen Sie unsere Suchfunktion.

Phäochromozytom: Der gefährliche Sonderfall

Das Phäochromozytom (10% aller Nebennierentumoren) produziert Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin) und kann lebensbedrohliche hypertensive Krisen auslösen – besonders bei Narkose, Biopsie oder chirurgischer Manipulation ohne vorherige Alpha-Blockade. Klassische Symptome: Attackenartige Hypertonie, Tachykardie, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Blässe (die „5 P": Pressure, Pain, Palpitation, Perspiration, Pallor). Diagnostik: Metanephrine im 24-Stunden-Urin oder freie Plasma-Metanephrine (Sensitivität über 95%). Therapie: IMMER operativ. Präoperativ obligat: 10–14 Tage Alpha-Blockade (Phenoxybenzamin, Zieldosis 1 mg/kg/Tag) zur Vermeidung intraoperativer Krisen. Die 10er-Regel ist veraltet, aber einprägsam: 10% bilateral, 10% extraadrenal, 10% maligne, 10% hereditär (tatsächlich: bis 40% hereditär – SDH, VHL, RET, NF1).

Conn-Syndrom: Der häufige Übersehene

Das Conn-Adenom (primärer Hyperaldosteronismus) wird bei bis zu 10% der Hypertoniker gefunden und ist damit die häufigste hormonelle Ursache der arteriellen Hypertonie. Es wird systematisch untersucht bei: therapieresistenter Hypertonie (drei oder mehr Medikamente), Hypokaliämie plus Hypertonie, Nebennierentumor plus Hypertonie, Hypertonie vor dem 40. Lebensjahr. Screening: Aldosteron-Renin-Quotient (ARQ) im Serum (morgens, sitzend, nach 30 Minuten Ruhe). Bestätigung: Kochsalzbelastungstest oder Fludrocortison-Suppressionstest. Seitenlokalisation: Nebennierenvenenkatheter (NNV-Katheter) – entscheidet ob ein einseitiges Adenom (OP!) oder eine bilaterale Hyperplasie (medikamentös mit Spironolacton) vorliegt.

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Nächste Schritte

⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.