Nebennierentumoren werden in 5–10% aller abdominellen CT-Untersuchungen zufällig entdeckt (Inzidentalom). Die Frage lautet immer: Ist der Tumor hormonaktiv? Ist er maligne?
Hormondiagnostik (bei JEDEM Inzidentalom obligat!): Dexamethason-Hemmtest (Ausschluss subklinisches Cushing – häufigster hormonaktiver Befund!). Metanephrine im 24h-Urin oder Plasma (Ausschluss Phäochromozytom – VOR jeder Biopsie oder OP!). Aldosteron/Renin-Quotient bei Hypertonie (Conn-Adenom). DHEAS, Androgene bei V.a. adrenokortikales Karzinom.
OP-Indikation: Jeder hormonaktive Tumor (auch subklinisches Cushing). Phäochromozytom (immer OP – auch kleine!). Größe >4 cm (Malignitätsrisiko steigt: <4 cm: 2%, 4–6 cm: 6%, >6 cm: 25%). Größenwachstum >1 cm/Jahr. Bildgebend malignomverdächtig (>10 HU nativ, heterogen, irreguläre Begrenzung, Washout <60%).
OP-Technik: Laparoskopische Adrenalektomie (Standard bei benignen Tumoren <6 cm). Offene Adrenalektomie bei V.a. adrenokortikales Karzinom (En-bloc-Resektion mit umgebendem Fettgewebe). Bei Phäochromozytom: 10–14 Tage präoperative Alpha-Blockade (Phenoxybenzamin) obligat!
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Das Phäochromozytom (10% aller Nebennierentumoren) produziert Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin) und kann lebensbedrohliche hypertensive Krisen auslösen – besonders bei Narkose, Biopsie oder chirurgischer Manipulation ohne vorherige Alpha-Blockade. Klassische Symptome: Attackenartige Hypertonie, Tachykardie, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Blässe (die „5 P": Pressure, Pain, Palpitation, Perspiration, Pallor). Diagnostik: Metanephrine im 24-Stunden-Urin oder freie Plasma-Metanephrine (Sensitivität über 95%). Therapie: IMMER operativ. Präoperativ obligat: 10–14 Tage Alpha-Blockade (Phenoxybenzamin, Zieldosis 1 mg/kg/Tag) zur Vermeidung intraoperativer Krisen. Die 10er-Regel ist veraltet, aber einprägsam: 10% bilateral, 10% extraadrenal, 10% maligne, 10% hereditär (tatsächlich: bis 40% hereditär – SDH, VHL, RET, NF1).
Das Conn-Adenom (primärer Hyperaldosteronismus) wird bei bis zu 10% der Hypertoniker gefunden und ist damit die häufigste hormonelle Ursache der arteriellen Hypertonie. Es wird systematisch untersucht bei: therapieresistenter Hypertonie (drei oder mehr Medikamente), Hypokaliämie plus Hypertonie, Nebennierentumor plus Hypertonie, Hypertonie vor dem 40. Lebensjahr. Screening: Aldosteron-Renin-Quotient (ARQ) im Serum (morgens, sitzend, nach 30 Minuten Ruhe). Bestätigung: Kochsalzbelastungstest oder Fludrocortison-Suppressionstest. Seitenlokalisation: Nebennierenvenenkatheter (NNV-Katheter) – entscheidet ob ein einseitiges Adenom (OP!) oder eine bilaterale Hyperplasie (medikamentös mit Spironolacton) vorliegt.