Die Nieren sind paarig angelegte, bohnenförmige Organe von ca. 10–12 cm Länge, die retroperitoneal (hinter dem Bauchfell) in Höhe der unteren Brustwirbelsäule liegen. Jede Niere enthält etwa 1 Million Nephronen – die funktionellen Einheiten, bestehend aus Glomerulum (Filtereinheit) und Tubulussystem (Rückresorption und Sekretion). Die Nieren filtern täglich ca. 1.800 Liter Blut und produzieren daraus 1–2 Liter Urin. Neben der Filterfunktion erfüllen sie weitere lebenswichtige Aufgaben: Regulation des Blutdrucks (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System), Steuerung der Erythropoese (Erythropoietin/EPO), Vitamin-D-Aktivierung und Säure-Basen-Haushalt.
Die Nebennieren (Glandulae suprarenales) sitzen kappenförmig auf den Nieren und sind endokrine Organe. Die Nebennierenrinde produziert Kortisol (Stresshormon), Aldosteron (Salz-Wasser-Haushalt) und Androgene. Das Nebennierenmark produziert Adrenalin und Noradrenalin. Urologisch relevante Nebennierenerkrankungen umfassen: Phäochromozytom (katecholaminproduzierender Tumor mit anfallsweisem Bluthochdruck), Conn-Adenom (Aldosteron-Überproduktion), Cushing-Syndrom (Kortisol-Überproduktion), Inzidentalom (zufällig entdeckter Nebennieren-Tumor, meist gutartig), und Nebennierenmetastasen (häufig bei Lungen-, Nieren- und Mammakarzinom). Die operative Entfernung (Adrenalektomie) erfolgt heute meist laparoskopisch oder roboterassistiert.
Sie sollten einen Urologen aufsuchen bei: Blut im Urin (auch einmalig), Flankenschmerzen oder kolikartigen Schmerzen, wiederholt auffälligen Nierenwerten, Ultraschallbefunden wie Zysten, Steinen oder Raumforderungen, rezidivierenden Harnwegsinfekten mit Fieber, und nach Nierentransplantation zur Nachsorge.
Nierensteine betreffen 5-10% der Bevölkerung im Laufe des Lebens, Tendenz steigend durch Ernährung und Klimawandel. 80% sind Calciumoxalat-Steine. Typische Symptome: plötzliche, kolikartige Flankenschmerzen mit Ausstrahlung in die Leiste (Nierenkolik). Diagnostik: Ultraschall als Erstuntersuchung, Low-Dose-CT als Goldstandard. Therapie je nach Größe und Lage: medikamentöse Expulsivtherapie (MET) bei kleinen Steinen, ESWL (Stoßwellenlithotripsie) von außen, URS mit Laserlithotripsie endoskopisch, PCNL bei großen Steinen. Metaphylaxe (Rezidivprophylaxe) ist entscheidend: Trinkmenge >2,5L/Tag, Ernährungsumstellung, ggf. medikamentös.
Das Nierenzellkarzinom ist der dritthäufigste urologische Tumor mit ca. 14.000 Neudiagnosen pro Jahr in Deutschland. Über 60% werden als Zufallsbefund im Ultraschall oder CT entdeckt. Die klassische Trias (Flankenschmerz, Hämaturie, tastbarer Tumor) tritt nur bei fortgeschrittenen Tumoren auf. Therapie: partielle Nephrektomie (Nierenteilresektion) als Standard bei Tumoren ≤7cm – roboterassistiert (Da Vinci) zunehmend Standard. Beim metastasierten NZK hat die Kombination aus Checkpoint-Inhibitoren und TKI die Prognose dramatisch verbessert (medianes OS 45-50 Monate).
Die Nieren filtern täglich 1.800 Liter Blut und produzieren 1-2 Liter Urin. Jede Niere enthält etwa 1 Million Nephrone als Filtereinheiten. Nierenschädigende Faktoren: Diabetes mellitus (häufigste Ursache für Dialyse), Bluthochdruck, Übergewicht, NSAR-Langzeiteinnahme (Ibuprofen, Diclofenac), rezidivierende Harnwegsinfekte mit Nierenbeteiligung, Harnstauung durch Steine oder Prostatavergrößerung. Vorsorge: Kreatinin und GFR im Routinelabor, Blutdruckkontrolle, Urin-Stix auf Protein und Blut. Bei GFR <60 ml/min: nephrologische Mitbeurteilung.
⚠️ Medizinischer Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden Ihren Urologen.