
Häufigste Ursachen: Chronische Pyelonephritis (rezidivierende Niereninfekte → narbige Schrumpfung), Refluxnephropathie (vesikoureteraler Reflux in der Kindheit → Parenchymnarben), Nierenarterienstenose (ischämische Nephropathie – einseitig: kleine Niere, Hypertonus!), Analgetika-Nephropathie (historisch: Phenacetin, heute selten), diabetische Nephropathie (bilateral), hypertensive Nephropathie (bilateral, langfristig).
Bildgebung: Sonografie zeigt verkleinerte Niere (<9 cm Länge, schmales Parenchym <1 cm, unregelmäßige Kontur). Seitengetrennte Nierenfunktion: MAG3-Szintigraphie (Anteil der Schrumpfniere an der Gesamtfunktion). DMSA-Szintigraphie bei Kindern (Narbennachweis).
Therapeutische Konsequenz: Funktionslose Schrumpfniere (<10% Seitenanteil) mit Komplikationen (rezidivierende Infekte, therapierefraktärer Hypertonus, Schmerzen) → Nephrektomie. Ohne Komplikationen: Beobachtung. Ursache behandeln (Reflux-OP bei VUR, Stent bei Nierenarterienstenose). Blutdruckeinstellung (ACE-Hemmer/Sartan = nephroprotektiv).
Eine Schrumpfniere ist eine End-stage-Veränderung – das Gewebe ist fibrotisch und funktionslos. Die Gegenniere kompensiert in der Regel vollständig (kompensatorische Hypertrophie). Problematisch wird es bei: beidseitiger Schrumpfung (terminale Niereninsuffizienz → Dialyse), renoparenchymatöser Hypertonie (das geschrumpfte Gewebe produziert übermäßig Renin → schwer einstellbarer Bluthochdruck → ggf. Nephrektomie als Therapie!), rezidivierenden Infekten der Schrumpfniere, und Steinbildung im rudimentären Hohlsystem.
Bei einseitiger Schrumpfniere kompensiert die Gegenniere in der Regel vollständig – die meisten Patienten leben ohne Einschränkung. Problematisch wird es bei beidseitiger Schrumpfung (terminale Niereninsuffizienz, Dialysepflicht), bei renoparenchymatöser Hypertonie (die geschrumpfte Niere produziert überschüssig Renin – schwer einstellbarer Bluthochdruck, der gelegentlich erst durch Nephrektomie der Schrumpfniere kontrollierbar wird), bei rezidivierenden Infekten oder Steinbildung im rudimentären Hohlsystem. Langzeitmonitoring: Blutdruck, Kreatinin und GFR jährlich, Sonografie der Gegenniere. ACE-Hemmer oder Sartane sind die bevorzugten Antihypertensiva bei Schrumpfniere (nephroprotektiv, senken Proteinurie).
Die häufigsten Ursachen der Schrumpfniere lassen sich in vaskuläre, infektiöse und obstruktive Formen einteilen. Vaskulär: Nierenarterienstenose (atherosklerotisch bei Älteren, fibromuskuläre Dysplasie bei jungen Frauen) führt zur ischämischen Atrophie – typisch ist die einseitige kleine Niere mit kontralateral kompensatorischer Hypertrophie und schwer einstellbarem Hypertonus. Infektiös: Chronische Pyelonephritis durch rezidivierende Harnwegsinfekte verursacht narbige Schrumpfung mit unregelmäßiger Kontur (typisches Bild im CT). Bei Kindern: Refluxnephropathie durch vesikoureteralen Reflux (VUR) – die häufigste Ursache kindlicher Schrumpfnieren. Obstruktiv: Langfristige Harnstauung (Harnleitersteine, Harnleiterstrikturen) kann über Monate bis Jahre zu Druckatrophie des Parenchyms führen – potenziell reversibel wenn die Obstruktion rechtzeitig beseitigt wird.
Von einer Schrumpfniere spricht man bei einer Nierenlänge unter neun Zentimetern (normal 10–12 cm) mit verschmälertem Parenchymsaum (unter einem Zentimeter, normal 1,5–2 cm) und unregelmäßiger Kontur. Die Seitenvergleich-Messung ist entscheidend: Eine Seitendifferenz über 1,5 cm spricht für eine einseitige Erkrankung. Die seitengetrennte Nierenfunktion wird per MAG3-Szintigraphie bestimmt – ein Seitenanteil unter 10% definiert eine funktionslose Niere. Bei Kindern ist die DMSA-Szintigraphie der Goldstandard zur Narbendiagnostik (Refluxnephropathie). Eine einseitig funktionslose Schrumpfniere mit Komplikationen (therapieresistente Hypertonie, rezidivierende Infekte, Schmerzen) ist eine Indikation zur Nephrektomie.