KDIGO-Stadien: G1 (GFR ≥90, Marker für Nierenschaden vorhanden – z.B. Proteinurie, Hämaturie), G2 (60–89, leicht eingeschränkt), G3a (45–59, leicht-moderat), G3b (30–44, moderat-schwer), G4 (15–29, schwer, Dialysevorbereitung), G5 (<15, Nierenversagen → Dialyse/Transplantation). Zusätzlich: Albuminurie-Kategorie (A1 <30, A2 30–300, A3 >300 mg/g Kreatinin).
Urologische Ursachen: Obstruktive Uropathie (BPH mit chronischem Restharn → Stauungsniere!), rezidivierende Pyelonephritis, Refluxnephropathie, Nephrolithiasis (v.a. Infektsteine), polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD). Wichtig: Viele urologische Ursachen sind BEHANDELBAR – frühzeitige Entlastung kann die Nierenfunktion stabilisieren oder sogar verbessern.
Obstruktion beseitigen: BPH-OP (TUR-P/HoLEP) bei Restharn >100 ml und steigendem Kreatinin. DJ-Stent oder Nephrostomie bei Harnleiterkompression. Steinentfernung bei Stauungssteinen.
Nephroprotektive Maßnahmen: RR-Ziel <130/80 mmHg (ACE-Hemmer/Sartan als Erstlinien – reduzieren Proteinurie und verlangsamen GFR-Verlust). SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin, Empagliflozin – nephroprotektiv unabhängig von Diabetes! Neue Standardtherapie ab G3). Kochsalzrestriktion <6 g/Tag. Eiweißrestriktion 0,8 g/kg/Tag bei G4–5.
Medikamentenanpassung: Viele urologische Medikamente sind bei Niereninsuffizienz kontraindiziert oder dosisanpassungsbedürftig: NSAR (vermeiden ab G3!), Allopurinol (Dosisreduktion), Nitrofurantoin (kontraindiziert ab GFR <30), Metformin (kontraindiziert ab GFR <30).
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Der Urologe ist zuständig wenn die Ursache der Niereninsuffizienz eine obstruktive Uropathie ist (BPH mit Restharn, Harnleitersteine, Harnleiterstenose, Refluxnephropathie) – hier kann die operative Beseitigung der Obstruktion die Nierenfunktion oft stabilisieren oder sogar verbessern. Der Nephrologe übernimmt bei parenchymatösen Ursachen (diabetische Nephropathie, Glomerulonephritis, hypertensive Nephropathie) und ab Stadium G4 (GFR unter 30) zur Dialysevorbereitung und Transplantationsplanung. In der Praxis ist die enge Zusammenarbeit beider Fachdisziplinen entscheidend: Viele Patienten haben sowohl urologische als auch nephrologische Ursachen (z.B. BPH plus diabetische Nephropathie). Die Shunt-Anlage für die Hämodialyse sollte frühzeitig (ab GFR unter 20) geplant werden – ein funktionierender AV-Shunt braucht sechs bis acht Wochen Reifungszeit.