Stationär 3–5 Tage (minimal-invasiv) oder 5–7 Tage (offen). Warme Ischämiezeit bei partieller Nephrektomie idealerweise <20 Minuten. Offen nur noch bei sehr großen Tumoren, Vena-cava-Thrombus oder komplexer Anatomie.
Radikale Nephrektomie: Große Tumoren (>7 cm, T2), lokal fortgeschrittene Tumoren (T3/T4), zentrale Tumoren die eine Teilresektion unmöglich machen, Tumor im Nierenbecken (Urothelkarzinom – radikale Nephroureterektomie mit Blasenmanschette). Gegenniere muss funktionstüchtig sein!
Einfache Nephrektomie: Funktionslose Niere (Schrumpfniere, Hydronephrose Grad IV <10% Seitenanteil) mit Komplikationen (Infekte, Hypertonus, Schmerzen). Xanthogranulomatöse Pyelonephritis. Schweres Nierentrauma (Grad V).
Laparoskopisch/roboterassistiert (Standard): 3–4 Trokare, Seitenlage. Mobilisation der Niere, Clipping/Stapler der Nierengefäße (Arterie zuerst!), Bergung im Endobag über Pfannenstiel- oder Erweiterungsschnitt (5–8 cm). Stationär 3–5 Tage. Vorteile: weniger Blutverlust, schnellere Erholung, weniger Schmerzen.
Offen: Flankenschnitt (11./12. Rippe) oder transabdominell. Heute nur noch bei sehr großen Tumoren (>15 cm), Tumorthrombus in der V. cava oder bei V.a. Lymphknotenmetastasen mit geplanter Lymphadenektomie.
Langzeitfolgen: GFR-Verlust: ca. 25–30% (kompensatorische Hypertrophie der Gegenniere über Monate). Langfristig erhöhtes Risiko für CKD Stadium 3 – daher: jährliche Kontrolle von Kreatinin, GFR, Blutdruck und Proteinurie. Nephroprotektive Maßnahmen (ACE-Hemmer, Salzrestriktion). Kontaktsport vermeiden (Schutz der Einzelniere).
Die partielle Nephrektomie (Nierenteilresektion) hat die radikale Nephrektomie als Standard bei kleinen Nierentumoren bis sieben Zentimetern abgelöst. Der Grund: identische onkologische Ergebnisse bei besserem GFR-Erhalt. Der Verlust von 25–30% Nierenfunktion nach radikaler Nephrektomie erhöht langfristig das kardiovaskuläre Risiko und die Gesamtmortalität – das sogenannte CKD-Paradoxon. Auch bei Tumoren über sieben Zentimetern sollte die partielle Nephrektomie erwogen werden, wenn sie technisch machbar ist (imperativer Indikation bei Einzelniere, bilateralem Tumor oder vorbestehender Niereninsuffizienz). Die robotergesteuerte partielle Nephrektomie (RAPN) ermöglicht heute eine präzise Tumorresektion mit warmer Ischämiezeit unter 20 Minuten und positiven Schnittrandrate unter drei Prozent.