Klinisch: Palpable, schmerzlose Schwellung am oberen Hodenpol (Nebenhoden). Gut abgrenzbar vom Hoden. Transillumination positiv (durchleuchtbar – wie Hydrozele). Konsistenz: prall-elastisch, nicht druckschmerzhaft (im Gegensatz zu Epididymitis).
Ultraschall: Echofreie oder echoarme Zyste im Nebenhoden (Kopf/Corpus). Meist 1–3 cm, kann aber bis >10 cm wachsen. Wichtig: Hoden selbst unauffällig (Tumorausschluss!). Inhalt: milchig-trübe Flüssigkeit mit toten Spermien (Unterschied zur klaren Nebenhodenzyste, die keine Spermien enthält – klinisch irrelevant).
Beobachtung (Standard): Die meisten Spermatozelen sind asymptomatisch und harmlos. Keine Therapie nötig. Jährliche Kontrolle bei Größenzunahme.
Spermatozelektomie (bei Beschwerden): Skrotalschnitt, mikrochirurgische Exstirpation. Cave: Risiko der Nebenhodenschädigung → bei Kinderwunsch abwägen! Rezidivrate: 10–20%. Nicht empfohlen: Aspiration/Sklerosierung (90% Rezidiv, Infektrisiko, Nebenhodenschaden).
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Die Abgrenzung der Spermatozele von anderen Skrotalschwellungen erfolgt primär klinisch und sonografisch. Hydrozele: umgibt den Hoden komplett (Spermatozele liegt am Oberpol), echofreier Inhalt ohne Spermien. Epididymiszyste: identisch zur Spermatozele, nur ohne Spermiennachweis im Punktat – klinisch und sonografisch nicht unterscheidbar (Unterscheidung therapeutisch irrelevant). Hodentumor: intratesticuläre, echoarme, solide Raumforderung – MUSS ausgeschlossen werden bei jeder neu aufgetretenen Skrotalschwellung! Leistenhernie: Schwellung nimmt im Liegen ab, ist oft repositionierbar, Darmgeräusche auskultierbar. Varikozele: „Bag of worms", nimmt im Stehen zu, im Liegen ab, Doppler zeigt Reflux. Die Sonografie des Skrotalinhalts (7,5–15 MHz Linearschallkopf) klärt die meisten Differentialdiagnosen innerhalb von Minuten.