Ratgeber

Was macht ein Urologe? Ablauf, Untersuchungen & wann hingehen

Viele Männer scheuen den Urologen. Was Sie erwartet, welche Untersuchungen gemacht werden und wann Sie unbedingt gehen sollten.
📅 Aktualisiert: April 2026

Der Urologe – mehr als nur Prostata

Der Urologe ist der Facharzt für die Organe des Harntrakts (Nieren, Harnleiter, Blase, Harnröhre) und die männlichen Geschlechtsorgane (Prostata, Hoden, Penis). Auch Frauen gehen zum Urologen – bei Blasenentzündungen, Inkontinenz, Nierensteinen oder Blasenkrebs. Der Urologe ist also kein reiner Männerarzt und auch nicht nur für die Prostata zuständig. Die Ausbildung zum Facharzt für Urologie dauert 5 Jahre.

Was passiert beim ersten Termin?

Die Angst vor dem Urologen-Besuch ist fast immer größer als die Untersuchung selbst. So läuft ein typischer Termin ab:
1
Gespräch (3–5 Minuten)
Was führt Sie hierher? Beschwerden, Vorgeschichte, Medikamente, Familienkrankheiten.
2
Urinprobe
Sie bekommen einen Becher und geben eine Urinprobe ab. Mittelstrahlurin: Die ersten Tropfen in die Toilette, dann in den Becher.
3
Ultraschall (schmerzfrei!)
Nieren, Blase, ggf. Hoden. Dauert 3–5 Minuten. Kein Entkleiden nötig (nur Bauch frei machen). Restharn nach dem Wasserlassen messen.
4
Ggf. Blutabnahme
PSA-Wert (Vorsorge), Nierenwerte, Testosteron, Entzündungswerte – je nach Fragestellung.
5
Ggf. Tastuntersuchung (DRU)
Nur bei Indikation (Vorsorge, Prostatabeschwerden). Dauert 10 Sekunden. Etwas unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Gibt Hinweis auf Größe und Beschaffenheit der Prostata.

Gesamtdauer: 15–20 Minuten. Sie gehen danach direkt nach Hause. Kein Nüchternsein nötig, keine Ausfallzeit.

Wann sollten Sie zum Urologen?

Routinemäßig
Vorsorge ab 45 (jährlich), bei Familienbelastung ab 40. BPH-Beschwerden ab 50. Kinderwunsch-Abklärung.
Zeitnah
Blut im Urin, Hodenschmerzen/-schwellung, Erektionsprobleme, häufiges Wasserlassen nachts, Brennen beim Wasserlassen (Männer), wiederkehrende Blasenentzündungen (Frauen), Inkontinenz, Nierenschmerzen.

Was behandelt der Urologe?

Beim Mann: Prostata (BPH, Prostatakarzinom, Prostatitis), Hoden und Nebenhoden (Tumoren, Epididymitis, Varikozele, Infertilität), Penis (Phimose, Kondylome, Erektionsstörungen, Peyronie), Harnblase und Harnröhre (Blasenkrebs, Inkontinenz, Striktur). Der Urologe ist der „Hausarzt des Mannes" – ab 45 der wichtigste Facharzt für die Vorsorge.

Bei der Frau: Inkontinenz (Belastungs-, Drang-, Mischinkontinenz), überaktive Blase, Harnwegsinfekte (rezidivierend), Blasentumoren, interstitielle Zystitis, Beckenbodensenkung, Nierensteine. Viele Frauen wissen nicht, dass der Urologe auch für sie zuständig ist – nicht nur der Gynäkologe.

Geschlechtsunabhängig: Niere (Tumoren, Steine, Zysten, Stauung, Niereninsuffizienz), Harnleiter (Steine, Tumoren, Stenosen), Nebenniere (Inzidentalome, Phäochromozytom).

Was passiert bei der urologischen Untersuchung?

Erstbesuch: Anamnese (Beschwerden, Medikamente, Vorerkrankungen), Urinuntersuchung (Teststreifen, ggf. Kultur), Ultraschall (Nieren, Blase, Restharn, Prostata/Hoden), ggf. Uroflowmetrie (Harnstrahlmessung), Blutentnahme (PSA, Kreatinin, Testosteron). Die DRU (Tastuntersuchung der Prostata) dauert 10 Sekunden und ist weniger unangenehm als ihr Ruf.

Keine Angst vor dem Urologen: Die meisten urologischen Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten. Moderne Ultraschallgeräte ersetzen viele invasive Untersuchungen. Die Zystoskopie (Blasenspiegelung) wird mit flexiblem Gerät und Gleitmittel durchgeführt – unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Sprechen Sie offen über Ihre Beschwerden – Urologen hören das alles täglich.

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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.