Lexikon

Harnableitung

Harnableitung – operative Schaffung eines neuen Weges für die Urinausscheidung nach Entfernung der Harnblase (Zystektomie). Die drei Grundformen:

1. Orthotope Neoblase: Blasenersatz aus Dünndarm, an die Harnröhre angeschlossen. Miktion über Bauchpresse. Tagsüber 80–90% kontinent. Voraussetzung: tumorfreie Harnröhre, ausreichende Nierenfunktion, Compliance für Nachsorge.

2. Ileum-Conduit (inkontinente Ableitung): Harnleiter in ein ausgeschaltetes Dünndarmstück → Urostoma an der Bauchdecke → Stomabeutel. Einfachste Form, auch bei reduzierten Patienten möglich.

3. Kontinenter Pouch: Darmreservoir mit katheterisierbarem Stoma (z.B. Bauchnabel). Kein Beutel sichtbar, aber ISK 4–6× täglich nötig. Selten durchgeführt.

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