Äußeres Genital

Blut im Sperma (Hämospermie)

Blut im Ejakulat: Meist harmlos, aber beunruhigend. Ursachen, Abklärung und wann zum Urologen.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Blut im Sperma (Hämospermie) ist für Betroffene oft erschreckend, in den allermeisten Fällen aber harmlos und selbstlimitierend. Bei Männern unter 40 ist die Ursache fast immer gutartig. Bei Männern über 40 und bei rezidivierender Hämospermie sollte eine urologische Abklärung zum Ausschluss ernster Ursachen erfolgen.

Ursachen

Häufig (gutartig)
Idiopathisch (keine Ursache findbar, ca. 70%). Prostatitis/Vesikulitis. Nach Prostatabiopsie (kann wochenlang anhalten!). Nach intensivem Geschlechtsverkehr. Kleine Blutgefäßverletzung.
Selten (abklärungsbedürftig)
Prostatakarzinom (selten Ursache, aber Ausschluss nötig bei >40 J.). Samenblasenzysten. Gerinnungsstörungen. Bilharziose (Reiseanamnese). Tuberkulose (sehr selten).

Diagnostik und Therapie

Basisdiagnostik: Anamnese (Alter, Häufigkeit, begleitende Symptome, Z.n. Biopsie?), DRU, Urin, PSA bei über 40, TRUS (Prostata + Samenblasen), ggf. Spermakultur.

Therapie: Bei einmaliger Episode und Alter unter 40: Beobachtung (klärt sich meist spontan innerhalb 1–2 Wochen). Bei Prostatitis: Antibiose. Bei rezidivierender Hämospermie über 40: erweiterte Abklärung (MRT Prostata, Zystoskopie). In den allermeisten Fällen ist keine Therapie nötig.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Blut im Sperma ein Zeichen für Krebs?

Sehr selten. Prostatakarzinom verursacht in weniger als 2% der Fälle eine Hämospermie. Trotzdem sollte bei Männern über 40 oder bei persistierender Hämospermie ein PSA-Test und ggf. eine weitere Abklärung erfolgen – zur Sicherheit.

Quellen

EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health. European Association of Urology, 2024.
Ahmad, I. & Krishna, N. S. Hemospermia. Journal of Urology, 2007.
Gasser, T. Basiswissen Urologie. Springer, 4. Auflage, 2009.

Ursachen systematisch

Unter 40 Jahre (meist harmlos): Idiopathisch (75% – selbstlimitierend in 2–4 Wochen), Prostatitis/Vesikulitis (Samenblasen-Entzündung), nach Prostatabiopsie (bis 6 Wochen Blut im Ejakulat – häufigste iatrogene Ursache, normal!), sexuell übertragbare Infektionen (Chlamydien, Gonorrhoe → Urethritis/Prostatitis).

Über 40 Jahre (abklärungsbedürftig): Alle oben genannten PLUS: Prostatakarzinom (selten, aber muss ausgeschlossen werden!), Blasen-/Samenblasentumor, Samenblasenzyste, Gerinnungsstörung (Antikoagulation!), arteriovenöse Malformation der Prostata (selten, bei rezidivierender massiver Hämospermie → MRT).

Abklärung

Basisdiagnostik: DRU (Prostatakonsistenz?), Urinkultur (Prostatitis?), PSA (ab 40 Jahre obligat!), Sonografie Prostata + Samenblasen (TRUS zeigt Samenblasenzysten, Verkalkungen, Abszesse). STI-Screening bei <40 und sexuell aktiv.

Erweiterte Diagnostik (ab 40, bei Persistenz >4 Wochen, bei Rezidiv): MRT Prostata (mpMRT – höchste Sensitivität für Samenblasen-Pathologie und Prostatakarzinom). Zystoskopie bei gleichzeitiger Hämaturie. Gerinnungsdiagnostik bei V.a. Koagulopathie.

Für Patienten: Blut im Ejakulat sieht erschreckend aus, ist aber in den allermeisten Fällen harmlos und sistiert von allein. Es ist KEIN typisches Zeichen für Prostatakrebs! Dennoch sollte bei Männern über 40 oder bei Persistenz über 4 Wochen eine urologische Abklärung erfolgen – vor allem um Prostatitis und (selten) ein Malignom auszuschließen.

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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.