Äußeres Genital

Penisfraktur

Notfall! Ruptur der Tunica albuginea. Sofortige OP (>90% Erfolg).
📅 Aktualisiert: April 2026

Notfall: Penisfraktur

Die Penisfraktur ist eine Ruptur der Schwellkörperhülle (Tunica albuginea) bei erigiertem Penis – ein urologischer Notfall. Typische Situation: Abknicken bei Geschlechtsverkehr (Partnerin-oben-Position am häufigsten), seltener bei Masturbation oder im Schlaf. Häufigkeit: 1–2 pro 175.000 Männer/Jahr.

Symptome

💥
Knackendes Geräusch – pathognomonisch!
📉
Sofortige Detumeszenz – Erektion fällt zusammen
🍆
Auberginen-Zeichen – massives Hämatom, Penisdeviation
⚠️
In 10–20% begleitende Harnröhrenverletzung (Blut am Meatus)

Therapie

Sofortige operative Exploration und Naht der Tunica albuginea (resorbierbarer Faden). Erfolgsrate >90% bei OP innerhalb 24 Stunden. KEINE konservative Therapie – führt zu Narbenverkrümmung (Peyronie-like), erektiler Dysfunktion und chronischem Schmerz. Bei begleitender Harnröhrenverletzung: gleichzeitige Harnröhrennaht. Postoperativ: Antiphlogistika, 4–6 Wochen sexuelle Karenz, ggf. Phosphodiesterase-Hemmer zur nächtlichen Tumeszenz (fördert Heilung). Langzeitergebnis bei frühzeitiger OP: >90% zufriedenstellende Erektionsfunktion.

Mechanismus

Die Penisfraktur ist eigentlich keine Fraktur im klassischen Sinne (der Penis hat keinen Knochen), sondern ein Riss der Tunica albuginea – der festen bindegewebigen Hülle der Schwellkörper. Die Tunica albuginea ist im erigierten Zustand maximal gedehnt und dünn (nur 0,5 mm statt 2 mm in Ruhe). Ein plötzliches Abknicken des erigierten Penis führt zu einem Druckanstieg, der die Tunica sprengt.

Typische Situationen: Geschlechtsverkehr (häufigste Ursache – „Abrutschen" mit Aufprall auf Schambein oder Perineum der Partnerin), Masturbation, Umdrehen im Schlaf bei nächtlicher Erektion, gewaltsames Abknicken des erigierten Penis.

Symptome – die Diagnose ist klinisch!

Klassische Trias: Hörbares Knackgeräusch (wie ein brechender Ast), sofortiger Erektionsverlust, rasche Schwellung und Hämatombildung (Auberginen-Zeichen – blau-livide Verfärbung). Der Penis ist zur Gegenseite des Risses hin deviiert (weil das Hämatom die verletzte Seite auftreibt).

⚠️ Urologischer Notfall: Sofort in die Notaufnahme! Keine Kühlung, keinen Druckverband anlegen (kann die Durchblutung kompromittieren). Keine Schmerzmedikation mit Blutverdünnung (ASS). Die OP sollte innerhalb von 24 Stunden erfolgen – Verzögerung verschlechtert das Ergebnis signifikant.

Therapie

Operative Versorgung (Standard): Degloving des Penis (Vorhautschnitt oder zirkumsierender Schnitt), Darstellung des Tunica-Risses, Hämatomevakuation, Naht der Tunica albuginea mit nicht-resorbierbaren Nähten. Gleichzeitig Urethra inspizieren (Harnröhrenverletzung in 10–20% bei ventralen Rissen!). OP-Dauer: 30–60 Minuten. Katheter für 1–3 Tage. Sexuelle Karenz: 6 Wochen.

Konservativ (nur historisch): Ruhigstellung und Kühlung OHNE OP führt in 30–50% zu Penisdeviation, Erektionsstörung und Plaque-Bildung (sekundäre IPP). Die operative Versorgung ist der konservativen in allen Studien überlegen. Ergebnisse bei OP <24h: 90–95% vollständige Funktion, <5% Penisdeviation.

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Nächste Schritte

⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.