Therapie

Active Surveillance (Aktive Überwachung)

Kontrollierte Beobachtung bei Niedrigrisiko-Prostatakrebs. Therapie erst bei Progression – ohne Heilungschancen zu verlieren.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Active Surveillance (AS) bedeutet engmaschige Überwachung eines gesicherten Niedrigrisiko-Prostatakarzinoms – mit der Option, bei Progression jederzeit kurativ zu behandeln. Ziel: Überbehandlung vermeiden, da viele Niedrigrisiko-Tumoren zu Lebzeiten nie Probleme verursachen würden. Die AS ist KEINE passive Strategie, sondern ein strukturiertes Protokoll mit regelmäßigen PSA-Kontrollen, MRT und Biopsien.
Für wen geeignet? Gleason 6 (ISUP 1), PSA <10 ng/ml, cT1c–cT2a, maximal 2 positive Stanzen, Tumorlänge je Stanze <50%. Der Patient muss psychisch in der Lage sein, mit der Diagnose „Krebs" ohne sofortige Therapie zu leben.

Überwachungsprotokoll

PSA: Alle 3 Monate im 1.–2. Jahr, dann halbjährlich. PSA-Verdopplungszeit <3 Jahre ist ein Alarmzeichen.
MRT (mpMRT): Nach 12 Monaten, dann alle 1–2 Jahre. PI-RADS ≥4 → gezielte Biopsie.
Re-Biopsie: Nach 12–18 Monaten (Konfirmationsbiopsie), dann alle 2–3 Jahre oder bei auffälligem MRT/PSA.
Therapietrigger: Upgrade auf Gleason ≥7, >2 positive Stanzen, signifikante PSA-Progression, MRT-Progression, Patientenwunsch.

Ergebnisse: Nach 10 Jahren sind ca. 50–60% der Patienten noch unter AS, 30–40% wechseln zur kurativen Therapie (RPE oder Bestrahlung). Das krebsspezifische Überleben nach 15 Jahren liegt bei 99% – vergleichbar mit sofortiger Therapie.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Active Surveillance das gleiche wie Nichtstun?

Nein, auf keinen Fall. Active Surveillance ist ein strukturiertes Programm mit regelmäßigen PSA-Kontrollen, MRT und Biopsien. Bei Progression wird sofort eine kurative Therapie eingeleitet – ohne dass Heilungschancen verloren gehen. Es ist das Gegenteil von Nichtstun.

Quellen

S3-Leitlinie Prostatakarzinom. DGU, AWMF-Register-Nr. 043/022OL, 2024.
Gravas, S. et al. EAU Guidelines on Management of Non-neurogenic Male LUTS. European Association of Urology, 2024.
Gasser, T. Basiswissen Urologie. Springer, 4. Auflage, 2009.

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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.