Blase & Harnwege

Blasensteine

Meist sekundär bei BPH. Endoskopische Lithotripsie als Goldstandard.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Blasensteine (Zystolithiasis) entstehen in Industrieländern fast immer sekundär bei subvesikaler Obstruktion. Häufigste Ursache: BPH (Restharn → Steinbildung). Weitere: Fremdkörper (Katheter, Nahtmaterial nach OP), neurogene Blase, Blasendivertikel. Steinkomposition: meist Harnsäure (im sauren Restharn) oder Calciumoxalat. Primäre Blasensteine (ohne Obstruktion) sind in Industrieländern selten.
Anatomie der Harn- und Geschlechtsorgane
Eigene Darstellung nach UKMP, 2026

Symptome und Therapie

Leitsymptom: Plötzliche Harnstrahlunterbrechung – der Stein rollt vor den Blasenauslass (pathognomonisch!). Suprapubische Schmerzen, Dysurie, terminale Hämaturie, rezidivierende HWI. Diagnostik: Ultraschall (hyperechogen mit Schallschatten), Röntgen-Abdomen, Zystoskopie (gleichzeitig therapeutisch).
Standard: Endoskopische Lithotripsie
Zertrümmerung über Zystoskop mit Laser (Ho:YAG), pneumatisch oder mechanisch. Ambulant/tagesstationär.
Große Steine (>4cm)
Offene Zystolithotomie oder gleichzeitig mit offener Prostata-OP.

⚠️ WICHTIG: Grunderkrankung (BPH!) behandeln, sonst 100% Rezidiv.

Entstehung und Risikofaktoren

Blasensteine entstehen fast immer sekundär – durch Harnabflussstörungen, die zu chronischem Restharn führen. Der stagnierende Urin übersättigt, Kristalle fallen aus und wachsen zu Steinen heran. Primäre Blasensteine (ohne Abflussstörung) sind in westlichen Ländern selten (Kinder in Entwicklungsländern durch Mangelernährung).

Häufigste Ursachen: BPH mit Restharn (häufigste Ursache beim Mann über 50), neurogene Blase mit ISK (Katheter als Kristallisationskeim), Blasendivertikel, Harnröhrenstriktur, Blasenaugmentation (Darm-Mukosa produziert Schleim → Steinbildung), Fremdkörper (vergessener Stent, Nahtmaterial, Katheterinkrustation).

Symptome und Diagnostik

Leitsymptome: Plötzliche Unterbrechung des Harnstrahls (pathognomonisch! Stein rollt vor den Blasenauslass), terminale Hämaturie (Blut am Ende der Miktion), suprapubischer Schmerz, rezidivierende HWI, Pollakisurie und Drangbeschwerden.

Diagnostik: Sonografie (Stein als echoreicher Reflex mit dorsalem Schallschatten, Restharn). Röntgen-Abdomen (die meisten Blasensteine sind röntgenpositiv). Zystoskopie: definitive Diagnose und oft gleichzeitige Therapie. CT nur bei unklarem Befund.

Therapie

Endoskopische Lithotripsie (Standard): Transurethrale Zystolitholapaxie – Stein wird durch die Harnröhre mit Laser (Holmium), Ultraschall oder pneumatisch zertrümmert und die Fragmente abgesaugt. Ambulant oder tagesklinisch. Steinfreiheitsrate >95%.

Perkutane Zystolithotomie: Bei sehr großen Steinen (>4 cm) oder Kindern: Zugang durch die Bauchdecke suprapubisch, größerer Arbeitskanal. Vorteil: schnellere Steinbergung.

Offene Zystolithotomie: Heute nur noch selten nötig – bei gleichzeitiger offener Prostatektomie (Adenomenukleation) oder wenn endoskopisch nicht erreichbar.

Entscheidend: Die Ursache MUSS behandelt werden! Ein Blasenstein ohne Beseitigung der Abflussstörung (TUR-P, ISK-Schulung, Striktur-OP) kommt in 50–80% der Fälle wieder. Steinanalyse durchführen (Harnsäure? Infektstein? Calciumoxalat?).

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Nächste Schritte

⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.