Überblick
5-Alpha-Reduktase-Hemmer blockieren die Umwandlung von Testosteron zu DHT.
Finasterid (Typ 2), Dutasterid (Typ 1+2). Prostata schrumpft um 20–30% über 6–12 Monate. Besonders wirksam bei >40ml.
Wichtige Hinweise
PSA wird um ~50% gesenkt – bei Vorsorge Wert verdoppeln! Senken Harnverhalt- und OP-Risiko um 50%. NW: Libidoverlust (5–6%), ED (3–5%), Gynäkomastie (1–2%). Wirkeintritt langsam: 3–6 Monate. Kombination Dutasterid+
Tamsulosin (Duodart®) bei großer Prostata bewährt.
Wirkmechanismus
5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren (5-ARI) blockieren das Enzym 5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in das biologisch aktivere Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. DHT ist der Hauptwachstumsfaktor für das Prostataadenom. Durch die DHT-Reduktion um 70–90% schrumpft die Prostata über 6–12 Monate um 20–30% – als einzige Medikamentenklasse bei BPH, die das Prostatavolumen tatsächlich reduziert.
Wirkstoffe im Vergleich
Finasterid (Proscar® 5mg)
Hemmt nur 5-AR Typ II (Prostata). 1× täglich. Generisch verfügbar, kostengünstig. PSA-Reduktion um 50% nach 6 Monaten. Auch als 1 mg (Propecia®) bei androgenetischer Alopezie zugelassen.
Dutasterid (Avodart® 0,5mg)
Hemmt 5-AR Typ I UND II → stärkere DHT-Suppression (>90% vs. 70%). 1× täglich. Längere Halbwertszeit (5 Wochen vs. 6h bei Finasterid). Fixkombination mit Tamsulosin: Duodart®.
Indikation und Ergebnisse
Indikation: Symptomatische BPH mit Prostatavolumen über 30–40 ml. Besonders sinnvoll in Kombination mit Alpha-Blockern bei Prostata >40 ml und moderaten bis schweren LUTS (CombAT-Studie: Kombination überlegen gegenüber Monotherapie). Wirkt NICHT sofort – Patienten müssen auf 3–6 Monate Geduld eingestellt werden.
Ergebnisse: IPSS-Reduktion: 15–30% (nach 6–12 Monaten). Prostatavolumen: -20 bis -30%. Risiko für akuten Harnverhalt: -57%. Risiko für BPH-bezogene OP: -55% (MTOPS-Studie). Maximaler Effekt nach 12–24 Monaten.
Nebenwirkungen und PSA-Besonderheit
PSA-Wert unter 5-ARI: Finasterid und Dutasterid halbieren den PSA-Wert nach 6–12 Monaten. Für die Krebsvorsorge MUSS der gemessene PSA-Wert verdoppelt werden! Jeder PSA-Anstieg unter 5-ARI-Therapie muss abgeklärt werden – er kann ein Prostatakarzinom maskieren.
Sexuelle Nebenwirkungen (5–10%): Libidoverlust, erektile Dysfunktion, Ejakulatvolumen-Reduktion, selten Gynäkomastie. Meist reversibel nach Absetzen. Die Diskussion um ein „Post-Finasterid-Syndrom" (persistierende NW nach Absetzen) ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt – die FDA hat 2012 die Warnhinweise erweitert.
Wichtig vor Therapiebeginn: PSA-Ausgangswert dokumentieren. DRU zum Ausschluss eines Karzinoms. Patient über verzögerten Wirkungseintritt und PSA-Effekt aufklären. Bei Kinderwunsch: 5-ARI vermeiden (teratogen – Kategorie X, darf von Schwangeren nicht berührt werden).
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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.