Therapie

Alpha-Blocker-Therapie (BPH)

Medikamentöse Erstlinientherapie bei symptomatischer BPH: Tamsulosin, Alfuzosin, Silodosin. Schneller Wirkungseintritt.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Alpha-1-Rezeptorblocker sind die medikamentöse Erstlinientherapie bei symptomatischer BPH (IPSS ≥8). Sie relaxieren die glatte Muskulatur am Blasenhals und in der prostatischen Harnröhre, ohne das Prostatavolumen zu verändern. Wirkungseintritt: innerhalb weniger Tage. Sie lindern Symptome, verhindern aber nicht die Progression der BPH (kein Einfluss auf Prostatavolumen oder Harnverhaltrisiko).

Wirkstoffe im Vergleich

Tamsulosin (0,4 mg/Tag)
Am häufigsten verschrieben weltweit. Uroselektiv (α1a/d). NW: retrograde Ejakulation (>20%), Rhinitis, Schwindel. IFIS-Warnung: Intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom bei Katarakt-OP – Augenarzt VOR Beginn informieren! IFIS-Risiko bleibt auch nach Absetzen bestehen.
Alfuzosin (10 mg retard/Tag)
Weniger retrograde Ejakulation als Tamsulosin. Gute Verträglichkeit. Etwas weniger uroselektiv → mehr orthostatische Hypotonie möglich. Keine IFIS-Problematik.
Silodosin (8 mg/Tag)
Höchste α1a-Selektivität → stärkste Wirkung auf LUTS. Aber: retrograde Ejakulation in über 25% (höchste Rate aller Alpha-Blocker). Für Männer ohne Ejakulationswunsch oder bei Versagen anderer Alpha-Blocker.

Praktische Hinweise

Einnahme: Abends (wegen Schwindel-NW). Tamsulosin: nach dem Essen. Alfuzosin: nach dem Abendessen. Therapiebeginn mit niedriger Dosis und langsamer Steigerung bei nicht-uroselektiven Substanzen.

Kombination: Alpha-Blocker + 5-ARI (z.B. Tamsulosin + Dutasterid = Duodart®) bei Prostata über 40 ml und moderaten bis schweren Symptomen. Alpha-Blocker + PDE5-Hemmer (z.B. Tamsulosin + Tadalafil): NICHT empfohlen wegen Hypotonierisiko. Tadalafil 5 mg als Monotherapie ist die Alternative bei BPH + ED.

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich Alpha-Blocker lebenslang nehmen?

Alpha-Blocker wirken nur, solange sie eingenommen werden – nach Absetzen kehren die Symptome zurück. Eine Alternative ist die Kombination mit einem 5-ARI, der das Prostatavolumen langfristig reduziert. Wenn Medikamente nicht mehr ausreichen, stehen operative Verfahren zur Verfügung.

Quellen

S2e-Leitlinie BPS. DGU, AWMF-Register-Nr. 043/034, 2023.
Gravas, S. et al. EAU Guidelines on BPH. European Association of Urology, 2024.
Gasser, T. Basiswissen Urologie. Springer, 4. Auflage, 2009.

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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.