Therapie

HPV-Impfung

Schutzimpfung gegen HPV – verhindert Genitalwarzen und HPV-assoziierte Karzinome bei Jungen und Mädchen.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Die HPV-Impfung ist eine der wirksamsten Krebspräventionen überhaupt. Humane Papillomviren (HPV) verursachen: 99% der Zervixkarzinome, 90% der Analkarzinome, 40% der Vulva- und Peniskarzinome, 90% der Genitalwarzen. Die Impfung schützt vor den gefährlichsten HPV-Typen und verhindert damit Krebs, bevor er entsteht.

Der Impfstoff

🛡️ Gardasil 9 (nonavalent)
Schützt gegen HPV-Typen 6, 11 (Genitalwarzen) + 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58 (Karzinome). Damit Schutz gegen ~90% der Genitalwarzen und ~90% der HPV-assoziierten Karzinome.

STIKO-Empfehlung: Jungen UND Mädchen 9–14 Jahre (2 Dosen im Abstand von 5 Monaten). Nachholimpfung 15–17 Jahre (3 Dosen: 0–2–6 Monate). Individuelle Impfung bis 26 Jahre medizinisch sinnvoll (auch nach erstem GV). Kosten: Bis 18 Jahre Kassenleistung, danach ca. 500€ (3 Dosen). Manche GKV erstatten bis 26 Jahre.

Warum auch Jungen impfen?

Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung seit 2018 auch für Jungen. Gründe: Schutz vor Peniskarzinom, Analkarzinom, Oropharynxkarzinom (Rachenkrebs durch HPV nimmt stark zu!), Genitalwarzen. Herdenimmunität: Schützt auch ungeimpfte Partnerinnen. Australien (Impfrate >80%): Genitalwarzen bei Jugendlichen praktisch ausgerottet, Zervixkarzinom-Rate halbiert. Die HPV-Impfung ist eine Krebsimpfung – je früher, desto besser!

HPV und urologische Karzinome

Humane Papillomviren (HPV) sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren. Über 80% der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens. Die meisten Infektionen heilen spontan aus – aber persistierende Infektionen mit Hochrisiko-Typen (v.a. HPV 16 und 18) können Krebs verursachen.

Urologische HPV-assoziierte Karzinome: Peniskarzinom (HPV-Nachweis in 30–50% der Fälle), Analkarzinom (>90% HPV-positiv), Condylomata acuminata (Feigwarzen – HPV 6 und 11, gutartig aber rezidivfreudig). Auch Harnröhrenkondylome und intraurethrale Papillome sind HPV-assoziiert.

Gardasil 9: Was die Impfung abdeckt

Enthaltene HPV-Typen: 6, 11 (Feigwarzen), 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58 (onkogene Hochrisikotypen). Schützt vor ca. 90% aller HPV-bedingten Karzinome und nahezu 100% der Feigwarzen.

STIKO-Empfehlung
Mädchen UND Jungen im Alter von 9–14 Jahren. Nachholimpfung bis 17 Jahre. 2 Dosen (Abstand 5 Monate) bei 9–14 J., 3 Dosen bei ≥15 J. Kostenübernahme durch alle gesetzlichen Krankenkassen bis 17 J. Viele Kassen erstatten auch bis 26 J.
Warum auch Jungen?
Schutz vor Peniskarzinom und Analkarzinom. Schutz der zukünftigen Partnerinnen (Herdimmunität). Schutz vor Feigwarzen (hohe Krankheitslast, oft multiple OPs nötig). Australien zeigt: Seit der geschlechtsneutralen Impfung sinken Feigwarzen-Diagnosen um >90%.

Nachholimpfung für Erwachsene?

Die Impfung ist am effektivsten VOR dem ersten Sexualkontakt (höchste Wirksamkeit: 97–100%). Aber auch nach Infektion mit einzelnen HPV-Typen schützt sie vor den übrigen Typen. Für Erwachsene über 26 Jahre: Individuelle Entscheidung in Absprache mit dem Arzt. Die Impfung ist sicher und verträglich, aber die Kostenübernahme variiert. Besonders sinnvoll bei: MSM (Männer, die Sex mit Männern haben – hohes Analkarzinom-Risiko), immunsupprimierten Patienten, Partnerwechsel.

Für Urologen relevant: Bei jeder Diagnose von Kondylomen oder Penisveränderungen die HPV-Impfung des Patienten UND seiner Partner/innen ansprechen. Die Impfung reduziert Rezidive von Kondylomen nach Behandlung signifikant.

Verwandte Artikel

Nächste Schritte

⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.