Überblick
Condylomata acuminata (Feigwarzen, Genitalwarzen) sind die häufigste sexuell übertragbare Virusinfektion, verursacht durch humane Papillomviren (HPV), vor allem Typ 6 und 11 (Low-risk). Hochrisiko-Typen (HPV 16, 18, 31, 33, 45) können Präkanzerosen und Karzinome verursachen (Peniskarzinom, Zervixkarzinom, Analkarzinom). Inkubation: 2 Wochen bis 8 Monate. Übertragung: Sexualkontakt (genital, anal, oral), selten Schmierinfektion. Kondomschutz reduziert Übertragung um ~70%, verhindert sie aber nicht vollständig. Lokalisation beim Mann: Glans, Vorhaut, Penisschaft, Meatus, perianal.
Diagnostik und Therapie
Diagnostik: Klinische Inspektion (blumenkohlartige, gestielte Papeln), Essigsäuretest (3–5% – Kondylome werden weißlich). Biopsie bei atypischem Aussehen oder Therapieresistenz. Therapie:
🏠 Selbstanwendung
Podophyllotoxin 0,5% (3d on/4d off, 4 Zyklen), Imiquimod 5% Creme (3×/Woche, max. 16 Wo.), Sinecatechine 10% Salbe (3×/d, max. 16 Wo.)
🏥 Ärztlich
Kryotherapie (flüssiger Stickstoff), CO2-Laser, Elektrokauter, chirurgische Exzision
Rezidivrate: 30–70% unabhängig vom Verfahren (Virus persistiert in umliegender Haut). Partneruntersuchung empfohlen.
Prävention: HPV-Impfung
🛡️ HPV-Impfung (Gardasil 9)
Schützt gegen HPV 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58 – damit vor 90% der Genitalwarzen und den häufigsten HPV-assoziierten Karzinomen. STIKO-Empfehlung: Jungen UND Mädchen 9–14 Jahre (2 Dosen). Nachholimpfung bis 17 Jahre (3 Dosen). Individuelle Impfung bis 26 Jahre medizinisch sinnvoll. Die HPV-Impfung ist eine Krebsimpfung!
Diagnostik
Klinisch: Blickdiagnose! Typische blumenkohlartige, papillomatöse Veränderungen an Vorhaut, Eichel, Penisschaft, perianal, Skrotum. Essigsäure-Test (3–5% Essigsäure auf die Läsion → weißliche Verfärbung bei HPV-Befall) erhöht die Sensitivität. Meatus und intraurethrale Beteiligung: Meatoskopie/Urethroskopie bei periuretralem Befall.
Biopsie: Bei: atypischem Erscheinungsbild, Therapieresistenz, pigmentierten Läsionen (DD Melanom!), V.a. Buschke-Löwenstein-Tumor (Riesenkondylom – lokal destruierend). HPV-Typisierung: therapeutisch nicht relevant, da Behandlung unabhängig vom HPV-Typ. Aber: HPV 16/18-Nachweis → erhöhtes Entartungsrisiko → engmaschigere Kontrolle.
Therapiemöglichkeiten
Selbsttherapie: Imiquimod 5% Creme (Aldara®) – Immunmodulator, 3× pro Woche über Nacht für bis zu 16 Wochen. Rezidivrate 15%. Podophyllotoxin 0,5% (Condylox®) – 2× täglich für 3 Tage, 4 Tage Pause, bis zu 4 Zyklen. Sinecatechine 10% (Veregen®) – Grüntee-Extrakt, 3× täglich bis zu 16 Wochen, niedrigste Rezidivrate (6%).
Ärztliche Therapie: Kryotherapie (flüssiger Stickstoff), Elektrokoagulation, Laserablation (CO₂-Laser – am besten für ausgedehnte/intraurethrale Kondylome), chirurgische Exzision.
Partnermanagement + Impfung: Sexualpartner untersuchen und ggf. mitbehandeln. HPV-Impfung (Gardasil 9) reduziert Rezidive signifikant und schützt vor den Hochrisikotypen 16/18. Kondomnutzung reduziert die Übertragung, verhindert sie aber nicht vollständig (HPV wird auch durch Hautkontakt übertragen).
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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.