Äußeres Genital

Peniskarzinom

Selten (600–800/Jahr). Risikofaktoren: Phimose, HPV, Lichen sclerosus.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Seltener Tumor (600–800/Jahr in Deutschland). Fast immer Plattenepithelkarzinom. Altersgipfel 60–70 Jahre. Risikofaktoren: Phimose (3–5-fach), HPV-Infektion (Typ 16/18), Lichen sclerosus, Rauchen, mangelnde Genitalhygiene. Zirkumzision im Kindesalter ist protektiv.

Symptome & Diagnostik

Leitsymptom: Nicht heilende Läsion an Eichel oder Vorhaut – oft Diagnoseverzögerung durch Scham! Biopsie jeder suspekten Läsion. Staging: MRT Penis, CT Becken, Sentinel-Lymphknoten-Biopsie.

Therapie

Peniserhaltend wenn möglich: Lasertherapie bei CIS/Ta, lokale Exzision, Glansektomie mit Spalthauttransplantat. Partielle Penektomie bei größeren Tumoren. Inguinale Lymphadenektomie bei positivem Sentinel.
HPV-Impfung für Jungen schützt vor Peniskarzinom!

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Risikofaktoren und Prävention

Risikofaktoren: Phimose (5–10-fach erhöhtes Risiko!), chronische Balanoposthitis, Lichen sclerosus, HPV-Infektion (Typ 16 und 18, in 30–50% nachweisbar), Rauchen (3-fach erhöhtes Risiko), mangelnde Genitalhygiene, Zustand nach PUVA-Therapie. Die Beschneidung im Kindesalter eliminiert das Phimose-assoziierte Risiko nahezu vollständig.

Prävention: HPV-Impfung (Gardasil 9) – schützt vor den onkogenen HPV-Typen. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Jungen im Alter von 9–14 Jahren. Regelmäßige Genitalhygiene. Frühzeitige Behandlung einer Phimose. Rauchentwöhnung.

Diagnostik und Staging

Klinisch: Inspektion und Palpation. Jede persistierende Veränderung an Eichel, Vorhaut oder Penisschaft, die nach 2–4 Wochen nicht abheilt, muss biopsiert werden. Diagnostische Exzisionsbiopsie in Lokalanästhesie. Histologie bestimmt Grading (G1–3) und Subtyp.

Staging: Palpation der inguinalen Lymphknoten (klinisch positiv in 50% – davon sind aber nur 50% tatsächlich metastatisch!). Sonografie und ggf. CT Becken/Abdomen. MRT Penis bei V.a. Infiltration der Corpora. Sentinel-Lymphknotenbiopsie (DSNB) bei cN0 und pT1b–T3.

Therapie nach Stadium

Tis/Ta (Carcinoma in situ, oberflächlich): Topische Therapie mit 5-FU-Creme oder Imiquimod. Laserablation. Zirkumzision bei Vorhautbefall. Heilungsrate über 90%.

T1 (Lamina propria infiltriert): Organerhaltende Chirurgie: Glansektomie (Eichelentfernung) mit Neoglansplastik oder weite lokale Exzision mit 5 mm Sicherheitsrand. Sicherheitsrand von 3–5 mm ist onkologisch ausreichend (früher 2 cm – das ist überholt!). Partielle Penektomie nur bei tiefer Infiltration oder schlechtem Grading.

T2–3 (Corpus cavernosum/spongiosum): Partielle oder totale Penektomie. Perineale Urethrostomie bei totaler Penektomie. Inguinale Lymphadenektomie bei palpablen Lymphknoten oder high-risk-Histologie. Adjuvante Chemotherapie (TIP-Schema) bei LK-Metastasen. 5-Jahres-Überleben: 70–80% bei N0, 30–50% bei N+.

Wichtig: Die Diagnose Peniskarzinom ist für Betroffene psychisch extrem belastend. Moderne organerhaltende Verfahren ermöglichen bei frühen Stadien den Erhalt von Funktion und Ästhetik. Psychoonkologische Begleitung anbieten!

Nächste Schritte

⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.