Risikofaktoren: Phimose (5–10-fach erhöhtes Risiko!), chronische Balanoposthitis, Lichen sclerosus, HPV-Infektion (Typ 16 und 18, in 30–50% nachweisbar), Rauchen (3-fach erhöhtes Risiko), mangelnde Genitalhygiene, Zustand nach PUVA-Therapie. Die Beschneidung im Kindesalter eliminiert das Phimose-assoziierte Risiko nahezu vollständig.
Prävention: HPV-Impfung (Gardasil 9) – schützt vor den onkogenen HPV-Typen. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Jungen im Alter von 9–14 Jahren. Regelmäßige Genitalhygiene. Frühzeitige Behandlung einer Phimose. Rauchentwöhnung.
Klinisch: Inspektion und Palpation. Jede persistierende Veränderung an Eichel, Vorhaut oder Penisschaft, die nach 2–4 Wochen nicht abheilt, muss biopsiert werden. Diagnostische Exzisionsbiopsie in Lokalanästhesie. Histologie bestimmt Grading (G1–3) und Subtyp.
Staging: Palpation der inguinalen Lymphknoten (klinisch positiv in 50% – davon sind aber nur 50% tatsächlich metastatisch!). Sonografie und ggf. CT Becken/Abdomen. MRT Penis bei V.a. Infiltration der Corpora. Sentinel-Lymphknotenbiopsie (DSNB) bei cN0 und pT1b–T3.
Tis/Ta (Carcinoma in situ, oberflächlich): Topische Therapie mit 5-FU-Creme oder Imiquimod. Laserablation. Zirkumzision bei Vorhautbefall. Heilungsrate über 90%.
T1 (Lamina propria infiltriert): Organerhaltende Chirurgie: Glansektomie (Eichelentfernung) mit Neoglansplastik oder weite lokale Exzision mit 5 mm Sicherheitsrand. Sicherheitsrand von 3–5 mm ist onkologisch ausreichend (früher 2 cm – das ist überholt!). Partielle Penektomie nur bei tiefer Infiltration oder schlechtem Grading.
T2–3 (Corpus cavernosum/spongiosum): Partielle oder totale Penektomie. Perineale Urethrostomie bei totaler Penektomie. Inguinale Lymphadenektomie bei palpablen Lymphknoten oder high-risk-Histologie. Adjuvante Chemotherapie (TIP-Schema) bei LK-Metastasen. 5-Jahres-Überleben: 70–80% bei N0, 30–50% bei N+.