Knaben nach Zirkumzision (häufigste Ursache!): Freiliegende Meatus-Schleimhaut wird durch Ammoniak im Urin (nasse Windel) und mechanische Reibung chronisch gereizt → narbige Einengung. Inzidenz nach Zirkumzision: 5–20%. Typische Präsentation: dünner, nach oben abgelenkter Harnstrahl, Nachträufeln, verlängerte Miktion.
Erwachsene Männer: Lichen sclerosus/BXO (häufigste Ursache bei nicht-beschnittenen Erwachsenen – weißliche Verhärtung der Eichel/Meatus). Z.n. Hypospadie-OP. Z.n. transurethrale Eingriffe (Katheter, Zystoskopie). Urethritis-Folge.
Meatotomie: Standardeingriff. Schlitzung des verengten Meatus ventral (6-Uhr-Position) mit Skalpell oder Laser. Lokalanästhesie. Ambulant. 5 Minuten. Dilatation mit Sonde postoperativ für 2–4 Wochen (Patient/Eltern müssen geschult werden). Rezidivrate: 10–20%.
Meatoplastik: Bei ausgedehnter Stenose oder Rezidiv. V-Flap-Plastik oder Mundschleimhaut-Patch. Aufwändiger, aber bessere Langzeitergebnisse. Bei Lichen sclerosus: Kortisonsalbe postoperativ zur Rezidivprophylaxe.
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Lichen sclerosus (auch BXO – Balanitis xerotica obliterans) ist die häufigste Ursache der Meatusstenose bei unbeschnittenen erwachsenen Männern. Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung unklarer Ätiologie (autoimmun?), die zu weißlichen, narbigen Veränderungen an Vorhaut, Eichel und Meatus führt. Die Meatusstenose ist oft nur die „Spitze des Eisbergs" – bei genauer Inspektion zeigt sich häufig eine pan-urethrale Beteiligung. Diagnostik: Biopsie bei klinischem Verdacht (typisches histologisches Bild mit hyperkeratotischer Epidermis, bandförmiger Entzündung und Kollagenhyalinisierung). Therapie: hochpotentes topisches Steroid (Clobetasol 0,05%) als Erstlinie, Meatotomie bei symptomatischer Stenose, bei Rezidiv oder ausgedehntem Befall: Zirkumzision plus Mundschleimhaut-Meatoplastik. Langzeitkontrolle: Lichen sclerosus hat ein gering erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinom der Eichel (unter 5% Lebenszeitrisiko) – Verlaufskontrollen empfohlen.