Äußeres Genital

Meatusstenose

Verengung der Harnröhrenöffnung. Bei Jungen häufig nach Zirkumzision.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Verengung der äußeren Harnröhrenöffnung (Meatus urethrae externus). Bei Jungen häufig erworben nach Zirkumzision durch Ammoniakdermatitis (Urin-Kontakt mit ungeschützter Haut in der Windel). Bei Erwachsenen: Lichen sclerosus, post-interventionell, chronische Balanitis. Symptome: Hochstehender dünner abgelenkter Harnstrahl, verlängerte Miktionszeit, Spritzen, Dysurie.

Therapie

Meatotomie
Inzision des verengten Meatus in Lokalanästhesie (Dorsal-Slit oder ventral). Ambulant, 10 Min. Erfolgsrate >90%.
Meatoplastik
Bei ausgedehnter Stenose: formale plastische Rekonstruktion, ggf. mit Mundschleimhaut-Graft bei Lichen sclerosus.
Prävention nach Zirkumzision bei Säuglingen: Vaseline auf den Meatus bis zur Windelentwöhnung.

Ursachen nach Alter

Knaben nach Zirkumzision (häufigste Ursache!): Freiliegende Meatus-Schleimhaut wird durch Ammoniak im Urin (nasse Windel) und mechanische Reibung chronisch gereizt → narbige Einengung. Inzidenz nach Zirkumzision: 5–20%. Typische Präsentation: dünner, nach oben abgelenkter Harnstrahl, Nachträufeln, verlängerte Miktion.

Erwachsene Männer: Lichen sclerosus/BXO (häufigste Ursache bei nicht-beschnittenen Erwachsenen – weißliche Verhärtung der Eichel/Meatus). Z.n. Hypospadie-OP. Z.n. transurethrale Eingriffe (Katheter, Zystoskopie). Urethritis-Folge.

Therapie

Meatotomie: Standardeingriff. Schlitzung des verengten Meatus ventral (6-Uhr-Position) mit Skalpell oder Laser. Lokalanästhesie. Ambulant. 5 Minuten. Dilatation mit Sonde postoperativ für 2–4 Wochen (Patient/Eltern müssen geschult werden). Rezidivrate: 10–20%.

Meatoplastik: Bei ausgedehnter Stenose oder Rezidiv. V-Flap-Plastik oder Mundschleimhaut-Patch. Aufwändiger, aber bessere Langzeitergebnisse. Bei Lichen sclerosus: Kortisonsalbe postoperativ zur Rezidivprophylaxe.

Klinischer Kernpunkt

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Lichen sclerosus als Ursache

Lichen sclerosus (auch BXO – Balanitis xerotica obliterans) ist die häufigste Ursache der Meatusstenose bei unbeschnittenen erwachsenen Männern. Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung unklarer Ätiologie (autoimmun?), die zu weißlichen, narbigen Veränderungen an Vorhaut, Eichel und Meatus führt. Die Meatusstenose ist oft nur die „Spitze des Eisbergs" – bei genauer Inspektion zeigt sich häufig eine pan-urethrale Beteiligung. Diagnostik: Biopsie bei klinischem Verdacht (typisches histologisches Bild mit hyperkeratotischer Epidermis, bandförmiger Entzündung und Kollagenhyalinisierung). Therapie: hochpotentes topisches Steroid (Clobetasol 0,05%) als Erstlinie, Meatotomie bei symptomatischer Stenose, bei Rezidiv oder ausgedehntem Befall: Zirkumzision plus Mundschleimhaut-Meatoplastik. Langzeitkontrolle: Lichen sclerosus hat ein gering erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinom der Eichel (unter 5% Lebenszeitrisiko) – Verlaufskontrollen empfohlen.

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Nächste Schritte

⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.