Therapie

Rezūm (Wasserdampftherapie der Prostata)

Minimal-invasive BPH-Behandlung mit Wasserdampf — ambulant, ejakulationserhaltend, auch bei Mittellappen-Vergrößerung. Die Wirkung entwickelt sich über Wochen.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

Rezūm gehört zur Familie der minimal-invasiven BPH-Therapien — und nimmt darin eine besondere Stellung ein. Statt das überschüssige Prostatagewebe abzutragen, abzulasern oder mechanisch beiseite zu schieben, nutzt Rezūm das wohl simpelste Heizmedium der Natur: Wasserdampf. Über eine feine Nadel werden kleine Portionen 103 Grad heißen Dampfs direkt ins Adenomgewebe injiziert. Was dort passiert, ist eine gezielte Wärmeverletzung — kontrolliert, lokal begrenzt und ohne nennenswerten Schaden an den umgebenden Strukturen.

Das Verfahren wurde vom amerikanischen Medizingerätehersteller Boston Scientific entwickelt und ist seit 2015 in den USA, seit 2016 in Europa zugelassen. In Deutschland gehört es zu den modernsten Optionen bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung — vor allem für Patienten, die nicht aufs Operationsspektrum mit klassischer TUR-P, HoLEP oder Aquablation gehen wollen oder können. Rezūm wird in der Regel ambulant durchgeführt, dauert nur etwa 10 bis 15 Minuten und wird häufig in einer milden Sedierung statt einer Vollnarkose ausgeführt.

9 sek
pro Dampfinjektion
>90%
Ejakulationserhalt nach 5 Jahren
30–80 ml
zugelassener Größenbereich
~5%
Reoperation nach 5 Jahren

Das Versprechen von Rezūm lautet: deutliche Symptomverbesserung bei sehr hohem Ejakulationserhalt, ambulanter Eingriff, schnelle Mobilisation. Der Preis: Die Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern entwickelt sich über Wochen, und in der Übergangszeit können die Beschwerden vorübergehend sogar zunehmen.

Wie Wasserdampf das Adenom verkleinert

Das Wirkprinzip von Rezūm ist physikalisch elegant. Wenn Wasserdampf von der gasförmigen in die flüssige Phase übergeht — also kondensiert —, gibt er eine enorme Menge an Wärmeenergie frei: rund 540 Kalorien pro Gramm. Diese sogenannte Kondensationswärme ist um ein Vielfaches höher als die Energie, die das gleiche Gramm heißes Wasser allein durch Abkühlung liefern könnte.

Wenn nun eine kleine Portion 103 Grad heißer Dampf direkt ins Prostatagewebe injiziert wird, kondensiert er an den dort vorhandenen Zellen und gibt seine Kondensationswärme ab. Die Folge: eine präzise, lokal begrenzte thermische Verletzung. Die behandelte Gewebezone nekrotisiert — die Zellen sterben ab — und wird in den folgenden Wochen vom körpereigenen Immunsystem schrittweise abgebaut. Das Prostatavolumen schrumpft, der Druck auf die Harnröhre lässt nach, der Harnstrahl wird besser.

Eine entscheidende Eigenschaft von Wasserdampf macht das Verfahren so sicher: Er verteilt sich entlang von Gewebeschichten, nicht entlang von Blutgefäßen. Das bedeutet, dass die Energie genau dort bleibt, wo sie hingehört — im Adenomgewebe. Die festere Prostatakapsel und die seitlich daran verlaufenden Nervenstrukturen werden nicht durchdrungen. Auch der Schließmuskel und der für die Ejakulation wichtige Samenhügel bleiben unbeeinflusst.

Interessant: Die Verwendung von Wasserdampf zur kontrollierten Gewebeverletzung ist medizinisch nicht neu — sie wurde schon im 19. Jahrhundert in der Gynäkologie zur Behandlung von Gebärmuttererkrankungen eingesetzt. Was Rezūm modern macht, ist die Präzision: Eine Mikronadel injiziert immer exakt die gleiche Dampfmenge (etwa 0,42 ml) über exakt neun Sekunden — reproduzierbar, planbar, kontrolliert.

Für wen ist Rezūm geeignet?

Rezūm ist eine Therapieoption, die für eine relativ klar umrissene Patientengruppe gedacht ist. Die typische Indikation umfasst symptomatische BPH mit einem IPSS-Score von mindestens 13, einem Prostatavolumen zwischen 30 und 80 Millilitern und einem nachvollziehbaren Wunsch nach Ejakulationserhalt.

Ein besonderes Merkmal: Rezūm kann auch den Mittellappen der Prostata behandeln. Das ist ein wichtiger Vorteil gegenüber UroLift, das bei einem ausgeprägten Mittellappen keine zugelassene Option ist. Wenn die transrektale Sonografie zeigt, dass die Prostatavergrößerung nicht nur die beiden Seitenlappen, sondern auch einen in die Blase ragenden Mittellappen umfasst, ist Rezūm häufig die bessere Wahl unter den minimal-invasiven Verfahren.

Nicht geeignet ist Rezūm bei Prostatae über 80 Millilitern — hier sind HoLEP, Aquablation oder die offene Adenomektomie die effizienteren Verfahren. Auch bei einer akuten Harnwegsinfektion sollte zunächst saniert werden. Eine relevante Harnröhrenstriktur, ein vorangegangener Eingriff mit Bestrahlung im kleinen Becken oder eine vorbestehende ausgeprägte Schließmuskelschwäche sind weitere Ausschlussgründe.

Für Patienten unter Antikoagulation ist Rezūm eine besonders interessante Option. Da das Verfahren ohne offene Schnittfläche arbeitet und die thermische Verletzung sehr lokal begrenzt ist, sind Blutungskomplikationen selten — auch unter laufender Plättchenhemmung. Eine kurze Pausierung der Gerinnungshemmer ist trotzdem empfehlenswert, aber das Risiko einer relevanten Blutung ist deutlich geringer als bei TUR-P oder HoLEP.

Der Ablauf: 15 Minuten in der Praxis

Rezūm ist eines der wenigen BPH-Verfahren, das routinemäßig ambulant durchgeführt werden kann. Der Patient kommt am Morgen, geht am Nachmittag wieder nach Hause. Drei Phasen prägen den Eingriff.

Die Anästhesie wird individuell angepasst. Möglich sind Analgosedierung mit Propofol, eine periprostatische Lokalblockade oder eine kurze Vollnarkose. In den meisten europäischen Zentren wird eine milde intravenöse Sedierung mit gleichzeitiger Lokalbetäubung der Prostata bevorzugt. Der Patient ist entspannt, spürt aber wach genug zu sein, um nach dem Eingriff schnell wieder mobil zu werden.

Die Prozedur selbst dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten. Ein starres Zystoskop mit dem Rezūm-Handstück wird über die Harnröhre in die Prostata eingebracht. Unter direkter Sicht wird eine ausfahrbare Mikronadel ins Adenomgewebe gestochen. Für genau 9 Sekunden wird Dampf injiziert, dann wird die Nadel zurückgezogen, leicht versetzt und der Vorgang wiederholt. Je nach Anatomie sind 4 bis 10 Injektionen pro Patient nötig — typischerweise zwei bis drei pro Seitenlappen, plus ein bis zwei für den Mittellappen, falls vorhanden. Die Verteilung der Injektionspunkte plant der Operateur am Bildschirm anhand der prätraumatischen Sonografie.

Die Nachbehandlung beginnt mit einem Blasenkatheter. Anders als nach UroLift, wo der Katheter oft sofort gezogen werden kann, ist nach Rezūm für 3 bis 7 Tage ein Katheter nötig. Der Grund: Das injizierte Gewebe schwillt zunächst entzündungsbedingt an, bevor es schrumpft. Diese kurze Schwellungsphase blockiert die Harnröhre und macht die temporäre Harnableitung notwendig. Nach Katheterentfernung kann es noch zu Reizsymptomen wie verstärktem Harndrang oder Brennen kommen, die sich über zwei bis vier Wochen zurückbilden.

Studienlage: McVary und die 5-Jahres-Daten

Die Evidenz für Rezūm stützt sich vor allem auf die pivotale Studie von Kevin T. McVary und Kollegen. Die randomisierte Sham-kontrollierte Untersuchung umfasste 197 Patienten und verglich Rezūm gegen eine Scheinprozedur. Das Ergebnis nach 12 Monaten war eindeutig: signifikante Verbesserung des IPSS-Symptomscores um etwa 50 Prozent, Verbesserung des maximalen Harnflusses (Qmax) um etwa 50 Prozent, hohe Patientenzufriedenheit.

Die wichtigste Folgepublikation stammt ebenfalls von McVary: die 5-Jahres-Daten, veröffentlicht in der Zeitschrift Urology im Jahr 2021. Hier wurde gezeigt, dass die Symptomverbesserung über die gesamte Beobachtungszeit stabil bleibt — also keine Tendenz zum „Wiederwachsen" der Beschwerden besteht. Die Re-Operationsrate nach 5 Jahren lag bei etwa 4,4 Prozent, vergleichbar mit etablierten Verfahren wie TUR-P. Besonders auffällig: Der Ejakulationserhalt lag bei über 90 Prozent, die Erektionsfähigkeit war zu keinem Zeitpunkt signifikant beeinträchtigt.

Auch die EAU-Leitlinien 2024 empfehlen Rezūm als evidenzbasierte Option für Patienten mit mittelschwerer BPH, denen der Erhalt der sexuellen Funktion wichtig ist. In den AUA-Leitlinien 2023 wird Rezūm noch deutlicher hervorgehoben — vor allem für Patienten mit Wunsch nach Sedierung statt Vollnarkose und mit moderaten Prostatavolumina.

Interessant: In den 5-Jahres-Daten der pivotalen Studie blieben rund 95 Prozent der Patienten dauerhaft beschwerdefrei oder zumindest deutlich verbessert — und das ohne erneute Operation. Diese Stabilität war eines der wichtigsten Argumente für die breite Einführung des Verfahrens und die Erstattung durch viele Krankenkassen.

Vorteile, Risiken und Limitationen

Die wichtigsten Vorteile von Rezūm lassen sich in vier Punkten zusammenfassen. Ambulant durchführbar, oft ohne Vollnarkose. Hohe Ejakulationserhaltsrate von über 90 Prozent. Mittellappenbehandlung möglich — anders als bei UroLift. Geringes Blutungsrisiko, auch unter Antikoagulation relativ sicher.

Die Risiken sind insgesamt moderat. In den ersten Wochen nach dem Eingriff kommt es häufig zu Reizsymptomen: Dysurie (Brennen beim Wasserlassen), Pollakisurie (häufiger Harndrang), Urgencysymptome (gesteigerter Drang). Diese Beschwerden bilden sich in den meisten Fällen über zwei bis vier Wochen zurück, können aber subjektiv störend sein. Eine leichte, vorübergehende Blutbeimengung im Urin ist normal. Harnwegsinfekte treten in etwa 3 bis 5 Prozent der Fälle auf und werden meist mit einer kurzen Antibiotikatherapie behandelt. Bei etwa 5 bis 10 Prozent der Patienten kommt es nach Katheterentfernung zu einem Harnverhalt, sodass für einige weitere Tage ein Katheter eingelegt werden muss.

Die wichtigste Limitation ist die verzögerte Wirkung. Anders als bei TUR-P, HoLEP oder UroLift ist die Verbesserung nicht sofort spürbar. Das verödete Gewebe muss vom Körper erst resorbiert werden — ein Prozess, der mehrere Wochen dauert. Erste Besserungen treten typischerweise nach 2 bis 4 Wochen ein, die maximale Wirkung wird erst nach 3 bis 6 Monaten erreicht. Patienten, die sich auf diesen Verlauf einstellen können, sind in der Regel zufrieden. Wer eine sofortige Linderung erwartet, kann in der Übergangsphase enttäuscht oder verunsichert sein.

Eine zweite Limitation betrifft die Prostatagröße. Bei sehr großen Drüsen (über 80 ml) reicht die Anzahl der Dampfinjektionen nicht aus, um eine ausreichende Volumenreduktion zu erreichen. Hier sind andere Verfahren wie HoLEP oder Aquablation die geeignetere Wahl.

Rezūm im Vergleich zu anderen Verfahren

Die wichtigste Vergleichsgröße ist die TUR-P — der seit Jahrzehnten etablierte Standard. Rezūm liefert eine moderate Symptomverbesserung, die etwas geringer ist als die der TUR-P, aber bei deutlich besserer Verträglichkeit, geringerer Hospitalisierung und höherer Ejakulationsrate. Für Patienten mit mittelschwerer Symptomatik und Wunsch nach Erhalt der sexuellen Funktion ist Rezūm oft die bessere Wahl.

Im Vergleich zu UroLift, dem zweiten großen minimal-invasiven Verfahren, hat Rezūm zwei Vorteile: Es kann Mittellappen behandeln, und die Symptomreduktion ist tendenziell stärker. Dafür wirkt UroLift sofort und braucht meist keinen Katheter. Für Männer mit reiner Seitenlappenvergrößerung ohne Mittellappen ist UroLift häufig schneller spürbar, Rezūm aber langfristig wirksamer.

Gegenüber der Aquablation ist Rezūm das einfachere, kostengünstigere und breiter verfügbare Verfahren — geeignet für moderat vergrößerte Drüsen. Aquablation ist hingegen bei großen Prostatae bis 150 ml zugelassen und liefert dort eine echte Alternative zur HoLEP. Beide Verfahren sind sich im Ejakulationserhalt sehr ähnlich.

Nachsorge und Lebensqualität

Nach Rezūm beginnt eine wichtige Wartephase, in der der Körper das verödete Gewebe abbaut. In dieser Zeit gibt es klare Verhaltensregeln. Trinken Sie ausreichend (mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag), um die Harnwege zu spülen. Vermeiden Sie reizende Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und Cola in den ersten Wochen — sie können die Reizsymptome verstärken. Verzichten Sie auf intensiven Sport, schweres Heben und lange Radfahrten für etwa drei bis vier Wochen.

Die Symptomkontrolle erfolgt typischerweise nach 6 Wochen mit IPSS-Score, Uroflowmetrie und Restharnmessung. Eine Folgekontrolle nach 3 Monaten dokumentiert den Therapieerfolg. Wenn nach 6 Monaten noch keine ausreichende Verbesserung eintritt, sollte die Indikation neu bewertet werden — gelegentlich braucht es eine Wiederholung der Dampfbehandlung an einzelnen Stellen oder eine Eskalation auf ein größeres Verfahren.

Die meisten Patienten erleben nach 3 bis 6 Monaten einen deutlichen Sprung in der Lebensqualität: stärkerer Harnstrahl, weniger nächtliche Toilettengänge, kein quälender Restharn. Die Ejakulationsfunktion bleibt in der Regel vollständig erhalten — was viele Männer als entscheidenden Vorzug gegenüber einer klassischen TUR-P beschreiben.

Tipps für Patienten

Wenn Sie eine Rezūm-Behandlung in Erwägung ziehen, ist die realistische Einstellung auf die Übergangsphase entscheidend. Die ersten zwei bis vier Wochen können unangenehm sein — Brennen beim Wasserlassen, häufiger Drang, manchmal sogar etwas mehr Beschwerden als vor dem Eingriff. Das ist normal und Teil des Heilungsprozesses. Wer das weiß und sich darauf einstellt, übersteht diese Zeit deutlich gelassener.

Klären Sie vorab die Kostenübernahme. Rezūm ist in Deutschland inzwischen breit anerkannt — viele gesetzliche Krankenkassen erstatten das Verfahren ohne Vorbehalt, andere fordern eine Einzelfallbegründung. Bei Privatversicherten ist die Erstattung in der Regel unproblematisch. Eine vorab geklärte Kostenübernahme erspart später Diskussionen.

Sprechen Sie offen über Ihre sexuellen Prioritäten. Wer den Ejakulationserhalt als wichtig empfindet, sollte das im Vorgespräch klar äußern. Rezūm ist ein Verfahren, das genau diese Patientengruppe besonders gut bedient — und die Entscheidung gegen die klassische TUR-P fällt mit dem Wissen über diese Unterschiede deutlich leichter.

Häufige Fragen (FAQ)

Wann merke ich eine Verbesserung?

Anders als bei der TUR-P oder UroLift ist die Wirkung von Rezūm nicht sofort spürbar. Das behandelte Gewebe muss vom Körper über Wochen abgebaut werden. Erste Besserungen treten meist nach 2 bis 4 Wochen ein, die volle Wirkung wird nach 3 bis 6 Monaten erreicht. In der Übergangszeit können die Symptome — Brennen, häufiger Drang — vorübergehend sogar zunehmen. Das ist Teil des Heilungsprozesses und kein Therapieversagen.

Wie unterscheidet sich Rezūm von UroLift?

Beide sind ejakulationserhaltend und minimal-invasiv, aber das Wirkprinzip ist grundverschieden. UroLift hält das Prostatagewebe mit kleinen Klammern mechanisch zur Seite — die Wirkung ist sofort spürbar, oft ohne Katheter. Rezūm zerstört das überschüssige Gewebe thermisch mit Wasserdampf — die Wirkung tritt verzögert ein, dafür stärker und auch bei Mittellappen-Vergrößerung möglich. Welches Verfahren besser passt, hängt von der Anatomie und den persönlichen Prioritäten ab.

Muss ich für Rezūm einen Tag im Krankenhaus bleiben?

Nein, Rezūm ist in der Regel ein ambulanter Eingriff. Sie kommen morgens, der Eingriff dauert 10 bis 15 Minuten, danach erfolgt eine kurze Beobachtungsphase. Mit einem Blasenkatheter werden Sie in den meisten Fällen nach wenigen Stunden nach Hause entlassen. Der Katheter wird nach 3 bis 7 Tagen entweder beim niedergelassenen Urologen oder selbst gezogen — letzteres nach kurzer Einweisung.

Bleibt meine Ejakulation erhalten?

In über 90 Prozent der Fälle ja. Rezūm schont gezielt die für die Ejakulation wichtigen Strukturen — Samenhügel, Ejakulationsdükte und den Blasenhals. Damit ist die Ejakulationserhaltrate deutlich höher als bei der klassischen TUR-P, wo es in etwa 70 Prozent der Fälle zur retrograden Ejakulation kommt. Auch nach 5 Jahren bleibt die Ejakulationsfunktion in den allermeisten Fällen stabil.

Wie groß darf meine Prostata für Rezūm sein?

Die Zulassung umfasst Drüsen zwischen 30 und 80 Millilitern. Innerhalb dieses Bereichs liefert das Verfahren reproduzierbar gute Ergebnisse. Bei Prostatae über 80 ml reicht die Anzahl der Dampfinjektionen nicht aus, um eine ausreichende Volumenreduktion zu erreichen — hier sind HoLEP, Aquablation oder die offene Adenomektomie die besseren Optionen. Eine genaue Größenbestimmung erfolgt vor dem Eingriff per Sonografie.

Kann Rezūm bei Mittellappen-Vergrößerung helfen?

Ja, das ist ein wichtiger Vorteil gegenüber UroLift. Während UroLift bei einem ausgeprägten Mittellappen nicht zugelassen ist, kann Rezūm auch den in die Blase hineinragenden Mittellappen behandeln — durch zusätzliche Dampfinjektionen in dieses Areal. Damit ist Rezūm eine geeignete Option für ein anatomisches Muster, das vorher häufig zur klassischen TUR-P oder Operation führte.

Wie sicher ist Rezūm langfristig?

Die wichtigste Datenquelle sind die 5-Jahres-Daten der pivotalen Studie von McVary und Kollegen. Sie zeigen eine stabile Symptomverbesserung über die gesamte Beobachtungszeit und eine Re-Operationsrate von nur etwa 4,4 Prozent — vergleichbar mit der TUR-P. Auch die Ejakulationsfunktion blieb über 5 Jahre erhalten. Daten über noch längere Zeiträume werden zukünftig vorliegen, aber die bisherige Evidenz spricht für eine stabile, langfristige Wirkung.

Quellen

Leitlinien

• European Association of Urology (EAU). Guidelines on Management of Non-Neurogenic Male LUTS. EAU, 2024.

• American Urological Association (AUA). Management of BPH: Guideline. AUA, 2023.

Pivotale Studie und Folgepublikationen

• McVary, K. T. et al. Erectile and Ejaculatory Function Preserved with Convective Water Vapor Energy Treatment of LUTS Secondary to BPH: Randomized Controlled Study. Journal of Sexual Medicine, 2016;13(6):924–933.

• McVary, K. T. et al. Final 5-Year Outcomes of the Multicenter Randomized Sham-Controlled Trial of a Water Vapor Thermal Therapy for Treatment of Moderate to Severe Lower Urinary Tract Symptoms Secondary to Benign Prostatic Hyperplasia. Journal of Urology, 2021;206(3):715–724.

• Roehrborn, C. G. et al. Convective Thermal Therapy: Durable 2-Year Results of Randomized Controlled and Prospective Crossover Studies for Treatment of LUTS Due to BPH. Journal of Urology, 2017;197(6):1507–1516.

Vergleichsstudien und Reviews

• Cantrill, C. H. et al. Outcomes of Water Vapor Thermal Therapy for Benign Prostatic Hyperplasia. Therapeutic Advances in Urology, 2021;13:1–9.

• Sandhu, J. S. et al. Comparative effectiveness of minimally invasive treatments for benign prostatic hyperplasia: a systematic review. European Urology Focus, 2023;9(5):752–764.

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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.