Therapie

UroLift (Prostata-Urethral-Lift / PUL)

Minimal-invasive BPH-Behandlung mit kleinen Implantaten — sofort wirksam, ambulant durchführbar, mit 100% Ejakulationserhalt. Das einzige BPH-Verfahren mit vollständigem Funktionserhalt.
📅 Aktualisiert: April 2026

Überblick

UroLift ist eines der ungewöhnlichsten Verfahren im Spektrum der BPH-Behandlung. Während fast alle anderen Methoden versuchen, das überschüssige Prostatagewebe zu entfernen, zu zerstören oder zu verdampfen, wählt UroLift einen radikal anderen Weg: Es räumt das Gewebe einfach beiseite. Kleine Implantate aus Titan und einer Nickel-Titan-Legierung (Nitinol) raffen die vergrößerten Seitenlappen mechanisch nach außen — wie Vorhänge, die aus dem Weg gezogen werden. Die Harnröhre wird sofort frei, ohne dass auch nur ein Gramm Prostatagewebe verlorengeht.

Das Verfahren — offiziell Prostata-Urethral-Lift (PUL) — wurde von dem amerikanischen Unternehmen Neotract entwickelt und ist heute Teil des Konzerns Teleflex. Es ist seit 2013 in den USA, seit 2014 in Europa zugelassen. UroLift hat seither weltweit über 400.000 Anwendungen gefunden und gilt mittlerweile als etablierter Bestandteil der modernen BPH-Therapie. In Deutschland wird das Verfahren von zahlreichen urologischen Zentren angeboten und in der Regel von den Krankenkassen erstattet.

15–30 min
Eingriffsdauer
100%
Ejakulationserhalt
30–70 ml
zugelassener Größenbereich
~14%
Reoperationsrate nach 5 J.

Die Stärke von UroLift liegt im vollständigen Funktionserhalt. Es ist das einzige zugelassene BPH-Verfahren, bei dem in der zentralen Zulassungsstudie 100 Prozent der Patienten ihre Ejakulation behielten. Erektionsfähigkeit, Orgasmusempfinden und sexuelles Verlangen bleiben unverändert. Der Preis: Die Symptomverbesserung ist geringer als bei TUR-P oder HoLEP, und die Re-Operationsrate ist nach 5 Jahren mit etwa 14 Prozent deutlich höher.

Wie kleine Implantate die Harnröhre öffnen

Das mechanische Prinzip hinter UroLift ist erstaunlich einfach. Bei der gutartigen Prostatavergrößerung drücken die wachsenden Seitenlappen die Harnröhre wie zwei Türen von beiden Seiten zu. UroLift hält diese Türen offen — nicht indem es sie aufsägt, sondern indem es sie mit Anker-Klammern an der Außenseite der Prostatakapsel festspannt.

Jedes UroLift-Implantat besteht aus drei Komponenten. Eine Kapsellasche aus Edelstahl wird an der Außenseite der Prostatakapsel verankert. Ein dünner, hochfester Polyester-Zugfaden verläuft durch das Prostatagewebe von außen nach innen. Eine zweite, kleinere Harnröhrenlasche aus Nitinol fixiert das System an der Harnröhre. Wenn das Implantat unter Zug gesetzt wird, zieht es den Seitenlappen mechanisch zur Seite, weg von der Harnröhre.

Pro Patient werden typischerweise 4 bis 6 Implantate gesetzt — meist zwei pro Seitenlappen, in verschiedenen Höhen entlang der Harnröhre. Sie verbleiben dauerhaft im Körper. Die verwendeten Materialien sind die gleichen, die seit Jahrzehnten in der Medizin Verwendung finden: Nitinol ist auch in Herzschrittmachern und Gefäßstents enthalten, Polyester wird als Nahtmaterial bei tausenden Operationen täglich eingesetzt. Alle Komponenten sind MRT-kompatibel — eine spätere Bildgebung ist also problemlos möglich.

Interessant: Die L.I.F.T.-Studie (Roehrborn et al.) zeigte einen bemerkenswerten Befund: 100 Prozent der UroLift-Patienten erlebten in den ersten 5 Jahren keine retrograde Ejakulation — bei keinem anderen invasiven BPH-Verfahren wurde jemals ein vergleichbarer Wert erreicht. Selbst Rezūm und Aquablation, die ebenfalls als ejakulationserhaltend gelten, liegen bei etwa 90 Prozent.

Indikation: Für wen UroLift die richtige Wahl ist

UroLift hat ein klar umrissenes Indikationsfeld. Die idealen Kandidaten sind Männer mit symptomatischer BPH (IPSS ≥ 13), einem Prostatavolumen zwischen 30 und 70 Millilitern und einer Anatomie, bei der die Seitenlappen dominant sind und kein nennenswerter Mittellappen vorliegt.

Drei Patientengruppen profitieren besonders. Erstens Männer mit hoher Wertschätzung der sexuellen Funktion: Wer den vollständigen Erhalt von Ejakulation, Erektion und Orgasmus wünscht, findet bei UroLift die zuverlässigste Option. Zweitens Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko: Da UroLift in Lokalanästhesie oder kurzer Sedierung möglich ist, kein Blutverlust entsteht und keine offene Wunde zurückbleibt, eignet es sich auch für ältere oder herzkranke Patienten, bei denen eine Vollnarkose vermieden werden soll. Drittens Männer unter Antikoagulation: Da das Verfahren mechanisch arbeitet und keine offenen Resektionsflächen erzeugt, ist die Blutungsneigung minimal — selbst unter laufender Plättchenhemmung.

Die zentrale Kontraindikation ist der obstruktive Mittellappen. Wenn die Sonografie einen in die Blase ragenden Mittellappen zeigt, kann UroLift diesen anatomisch nicht behandeln — die Implantate sind für die Seitenlappen konzipiert. Hier sind Rezūm, HoLEP oder TUR-P die geeigneteren Verfahren. Weitere Kontraindikationen: Prostatae über 80 ml, aktive Harnwegsinfekte, Harnröhrenstrikturen und Verdacht auf Prostatakarzinom. Bei letztgenanntem Punkt ist UroLift ungeeignet, weil kein Gewebe entfernt wird und damit keine histologische Untersuchung möglich ist.

Interessant: Mit über 400.000 weltweiten Anwendungen ist UroLift inzwischen die häufigste minimal-invasive BPH-Therapie auf dem Markt. Ein besonders bemerkenswerter Aspekt: Da der Eingriff in Lokalanästhesie durchführbar ist und keine offene Wunde erzeugt, profitieren auch herzkranke und antikoagulierte Patienten von einer Therapie, die früher als „zu riskant" galt. UroLift hat damit die BPH-Behandlung für eine ganze Patientengruppe geöffnet, die zuvor weitgehend medikamentös versorgt wurde.

Der Eingriff: Ambulant in einer halben Stunde

UroLift ist eines der schnellsten BPH-Verfahren überhaupt. Der gesamte Eingriff dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Er kann ambulant durchgeführt werden, in der Mehrzahl der Fälle in Lokalanästhesie mit periprostatischer Blockade oder in einer leichten intravenösen Sedierung. Eine Vollnarkose ist möglich, aber nicht notwendig.

Über die Harnröhre wird ein starres Zystoskop mit dem UroLift-Handstück eingebracht. Der Operateur identifiziert unter Sichtkontrolle die Stellen, an denen die Seitenlappen die Harnröhre am stärksten einengen. Die Implantation eines einzelnen UroLift erfolgt in drei Schritten: Erstens wird die Kapsellasche über eine ausfahrbare Nadel an der Außenseite der Prostatakapsel verankert. Zweitens wird der Zugfaden durch das Prostatagewebe gezogen. Drittens wird die Harnröhrenlasche innen abgesetzt — sie schnappt automatisch in Position. Der Faden bleibt unter mechanischer Spannung, und der Seitenlappen wird sichtbar zur Seite gezogen.

Nach 4 bis 6 solchen Implantationen ist die Harnröhre deutlich erweitert. Der Operateur prüft das Ergebnis unter direkter Sicht — die Verbesserung der Lichtung ist sofort sichtbar. In etwa 70 Prozent der Fälle wird kein Blasenkatheter nötig. Der Patient wird typischerweise nach kurzer Beobachtungsphase nach Hause entlassen und ist nach 2 bis 5 Tagen wieder voll arbeitsfähig.

Die L.I.F.T.-Studie und langfristige Daten

Die wichtigste Evidenz für UroLift stützt sich auf die L.I.F.T.-Studie (Luminal Improvement Following Prostatic Tissue Approximation for the Treatment of Lower Urinary Tract Symptoms Secondary to Benign Prostatic Hyperplasia), eine randomisierte Sham-kontrollierte Untersuchung mit über 200 Patienten. Die wichtigsten Ergebnisse: signifikante Symptomverbesserung gemessen am IPSS-Score, Verbesserung des maximalen Harnflusses (Qmax) um etwa 30 Prozent, deutlich verbesserte Lebensqualität.

Die 5-Jahres-Daten von Roehrborn und Kollegen (Canadian Journal of Urology 2017) bestätigten die Stabilität der Wirkung. Die Symptomreduktion blieb über die gesamte Beobachtungszeit stabil — kein Rückfall in die Ausgangsbeschwerden. Die Re-Operationsrate nach 5 Jahren lag bei etwa 13,6 Prozent und damit deutlich höher als bei TUR-P (etwa 5 Prozent) oder HoLEP, aber niedriger als bei der reinen medikamentösen Therapie.

Eine wichtige Beobachtung der L.I.F.T.-Daten betrifft die sexuelle Funktion. Sowohl die Ejakulationsfähigkeit als auch die Erektionsfunktion blieben über alle Studienjahre auf Ausgangsniveau — kein einziger Studienteilnehmer entwickelte unter UroLift eine retrograde Ejakulation. Das ist im Spektrum der BPH-Verfahren ein einzigartiges Ergebnis und der zentrale Grund, warum UroLift für viele Männer die bevorzugte Option ist.

Die EAU-Leitlinien 2024 empfehlen UroLift als evidenzbasierte Option bei moderater BPH mit Wunsch nach Erhalt der sexuellen Funktion. Die AUA-Leitlinien 2023 enthalten ähnliche Empfehlungen und betonen die Eignung für Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko.

Vorteile, Risiken und Limitationen

Die Vorzüge von UroLift sind deutlich. Das Verfahren ist sofort wirksam — anders als Rezūm braucht es keine Wochen, bis die Symptome besser werden. Die sexuelle Funktion bleibt vollständig erhalten. Der Eingriff ist ambulant möglich, häufig sogar ohne Vollnarkose. Die Blutungsneigung ist minimal, was UroLift zur ersten Wahl unter Antikoagulation macht. Und im Gegensatz zur klassischen TUR-P wird kein Prostatagewebe entfernt — die Anatomie bleibt strukturell erhalten.

Die Risiken sind moderat. In den ersten Tagen kann es zu Dysurie (Brennen beim Wasserlassen), leichter Hämaturie (Blut im Urin) oder einem leichten Drangsyndrom kommen. Diese Beschwerden klingen typischerweise innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab. Harnwegsinfekte treten in 3 bis 5 Prozent der Fälle auf und werden mit einer kurzen Antibiotikatherapie behandelt. Schwerwiegende Komplikationen sind selten — relevante Blutungen, Implantatdislokationen oder bleibende Inkontinenz wurden in den Zulassungsstudien praktisch nicht beobachtet.

Die wichtigste Limitation ist die geringere Symptomverbesserung im Vergleich zu TUR-P und HoLEP. Während die IPSS-Reduktion nach TUR-P typischerweise bei 60 bis 70 Prozent liegt, erreicht UroLift Werte von 40 bis 50 Prozent. Für viele Männer ist das immer noch eine erhebliche Verbesserung — aber Patienten mit schwersten Symptomen profitieren von den kraftvolleren Verfahren oft mehr. Die zweite zentrale Limitation ist die höhere Re-Operationsrate: Wenn die Symptome nach einigen Jahren wieder zunehmen — sei es durch weiteres Wachstum der Prostata oder durch Lockerung der Implantatposition — wird häufig eine Folgebehandlung nötig. Dabei können die UroLift-Implantate in der Regel problemlos belassen oder bei einer späteren TUR-P entfernt werden.

Die dritte Limitation: keine histologische Untersuchung. Da kein Gewebe entfernt wird, fehlt die Möglichkeit, ein zufällig entdecktes inzidentelles Prostatakarzinom auszuschließen. Vor einer UroLift-Behandlung sollte deshalb eine ausreichende Karzinom-Abklärung erfolgen — meist durch PSA-Wert und ggf. multiparametrisches MRT.

UroLift im Vergleich zu anderen Verfahren

Der Vergleich mit der TUR-P fällt nuanciert aus. TUR-P liefert eine kraftvollere Symptomverbesserung, hat aber die typischen Nachteile: längere Erholungsphase, retrograde Ejakulation in etwa 70 Prozent der Fälle, Vollnarkose, einige Tage Krankenhaus. UroLift schneidet bei der reinen Symptomreduktion etwas schwächer ab, gewinnt aber überall sonst — schnellere Erholung, sofortige Wirkung, Funktionserhalt. Die Wahl hängt von Symptomstärke und persönlichen Prioritäten ab.

Gegenüber Rezūm ist UroLift schneller wirksam — sofort statt nach Wochen — und kommt häufiger ohne Katheter aus. Rezūm bietet aber eine stärkere Symptomverbesserung und kann auch Mittellappen behandeln. Für reine Seitenlappenanatomie ist UroLift oft die elegantere Wahl, bei stärkerer Vergrößerung oder Mittellappen-Anteil ist Rezūm besser geeignet.

Im Vergleich zur medikamentösen Therapie mit Alpha-Blockern und/oder 5-Alpha-Reduktase-Hemmern liefert UroLift eine deutlich stärkere und konsistentere Symptomverbesserung. Es entfällt die tägliche Tabletteneinnahme. Für viele Patienten ist UroLift damit der natürliche nächste Schritt, wenn Medikamente nicht ausreichen oder nicht vertragen werden.

Nachsorge und Erholung

Nach UroLift verlaufen die ersten Tage in der Regel unkompliziert. In etwa 70 Prozent der Fälle ist kein Blasenkatheter nötig. Wenn doch einer eingelegt wurde, wird er meist nach 24 bis 48 Stunden gezogen. Die Patienten sind nach 2 bis 5 Tagen wieder arbeitsfähig. Längere Schonzeiten wie nach TUR-P oder HoLEP sind nicht erforderlich.

Die Reizsymptome in der ersten Woche umfassen leichtes Brennen beim Wasserlassen und gelegentliche Blutbeimengungen im Urin. Diese sind harmlos und klingen innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab. Empfehlenswert ist eine gute Trinkmenge (etwa 2 Liter pro Tag) und der Verzicht auf reizende Getränke wie Kaffee, Cola und Alkohol in den ersten zwei Wochen.

Eine Kontrolluntersuchung erfolgt typischerweise nach 4 bis 6 Wochen. Dabei werden IPSS-Score, Harnstrahl (Uroflowmetrie) und Restharn dokumentiert. Bei stabilen Werten reicht eine jährliche urologische Kontrolle aus. Sexuelle Aktivität kann nach etwa 2 Wochen wieder aufgenommen werden — wobei die meisten Männer berichten, dass sich nichts verändert hat: keine retrograde Ejakulation, keine Erektionsverschlechterung, keine Veränderung des Orgasmusempfindens.

Tipps für Patienten

Wenn Sie UroLift in Erwägung ziehen, lohnt sich die genaue anatomische Vorabklärung. Eine transrektale Sonografie zeigt zuverlässig, ob die Prostatavergrößerung wirklich auf die Seitenlappen begrenzt ist oder ob ein Mittellappen vorliegt. Bei einem ausgeprägten Mittellappen ist UroLift nicht geeignet — dann sind Rezūm, HoLEP oder TUR-P die bessere Wahl. Diese Differenzierung sollte vor dem Eingriff klar dokumentiert sein.

Klären Sie die Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse. UroLift wird inzwischen von den meisten gesetzlichen Krankenkassen erstattet, die Praxis ist aber regional unterschiedlich. Bei Privatversicherten ist die Übernahme in der Regel unproblematisch. Ein vorbereitetes Antragsschreiben durch das behandelnde Zentrum erleichtert die Genehmigung erheblich.

Stellen Sie sich realistisch auf moderate Symptomverbesserung ein. UroLift verbessert die Beschwerden deutlich, aber nicht so stark wie eine TUR-P oder HoLEP. Wer Symptome mit IPSS von 25 oder höher hat, profitiert oft mehr von einem kraftvolleren Verfahren. Das richtige Erwartungsmanagement ist entscheidend für die postoperative Zufriedenheit.

Häufige Fragen (FAQ)

Bleiben die Implantate für immer im Körper?

Ja, die UroLift-Implantate verbleiben dauerhaft. Sie bestehen aus Titan und Nitinol — den gleichen Materialien, die in Herzschrittmachern, Gefäßstents und orthopädischen Implantaten verwendet werden. Sie sind MRT-kompatibel und führen zu keinen Bildgebungsstörungen. Falls später eine TUR-P, HoLEP oder Aquablation nötig wird, können die Implantate problemlos bei diesem Eingriff entfernt werden.

Wann tritt die Wirkung ein?

Sofort. Anders als bei Rezūm, wo das Gewebe erst über Wochen abgebaut werden muss, öffnen die UroLift-Implantate die Harnröhre direkt während des Eingriffs. Viele Patienten berichten bereits beim ersten Wasserlassen nach der Behandlung von einem deutlich kräftigeren Harnstrahl. Die volle Symptomverbesserung wird in der Regel innerhalb von 2 Wochen erreicht.

Wie unterscheidet sich UroLift von Rezūm?

Beide Verfahren sind minimal-invasiv und ejakulationserhaltend, das Wirkprinzip ist aber grundverschieden. UroLift rafft das Gewebe mechanisch mit kleinen Klammern zur Seite — die Wirkung ist sofort spürbar, kein Gewebe wird zerstört. Rezūm zerstört das überschüssige Gewebe thermisch mit Wasserdampf — die Wirkung tritt verzögert ein, ist aber stärker und behandelt auch den Mittellappen. UroLift ist die schnellere, schonendere Wahl, Rezūm die kraftvollere für schwerere Symptome.

Funktioniert UroLift bei großer Prostata?

Nur bedingt. Die Zulassung umfasst Prostatae zwischen 30 und 70 Millilitern. Innerhalb dieses Bereichs sind die Ergebnisse zuverlässig. Bei Drüsen über 80 ml ist UroLift in der Regel nicht ausreichend wirksam — die Implantate können das Gewebe dann nicht weit genug zur Seite ziehen, um die Harnröhre suffizient zu öffnen. Hier sind Aquablation, HoLEP oder offene Adenomektomie die besseren Verfahren.

Bleibt meine Ejakulation wirklich vollständig erhalten?

Ja — in der zentralen L.I.F.T.-Studie behielten 100 Prozent der Patienten ihre Ejakulation. Das ist im gesamten Spektrum der BPH-Verfahren ein einzigartiger Wert. Der Grund: UroLift schont die für die Ejakulation wichtigen Strukturen vollständig — Samenhügel, Ejakulationsdükte und Blasenhals werden nicht berührt. Auch die Erektionsfunktion und das Orgasmusempfinden bleiben unverändert.

Wie oft müssen UroLift-Implantate ersetzt werden?

Sie müssen grundsätzlich nicht ersetzt werden. Die Implantate bleiben dauerhaft und stabil in Position. Was aber passieren kann: Die Symptome kehren nach einigen Jahren teilweise zurück, weil die Prostata weiter wächst. Studien zeigen eine Re-Operationsrate von etwa 14 Prozent nach 5 Jahren. In diesem Fall wird häufig eine zweite Therapie (z. B. Rezūm, TUR-P oder weitere UroLift-Implantate) gemacht — die bestehenden Implantate bleiben in der Regel an Ort und Stelle.

Kann UroLift einen Mittellappen behandeln?

Nein, das ist eine der wichtigsten Einschränkungen. Die UroLift-Implantate sind speziell für die Behandlung der Seitenlappen entwickelt. Bei einem in die Blase ragenden Mittellappen können sie das obstruierende Gewebe nicht effektiv beiseite halten. Eine sorgfältige präoperative Sonografie ist deshalb wichtig — sie zeigt klar, ob ein Mittellappen vorliegt. Wenn ja, ist Rezūm oder eine andere Therapieform die bessere Wahl.

Quellen

Leitlinien

• European Association of Urology (EAU). Guidelines on Management of Non-Neurogenic Male LUTS. EAU, 2024.

• American Urological Association (AUA). Management of BPH: Guideline. AUA, 2023.

Pivotale Studie (L.I.F.T.)

• Roehrborn, C. G. et al. The prostatic urethral lift for the treatment of lower urinary tract symptoms associated with prostate enlargement due to benign prostatic hyperplasia: the L.I.F.T. Study. Journal of Urology, 2013;190(6):2161–2167.

• Roehrborn, C. G. et al. Five year results of the prospective randomized controlled prostatic urethral L.I.F.T. study. Canadian Journal of Urology, 2017;24(3):8802–8813.

• McVary, K. T. et al. Erectile and ejaculatory function preserved with the prostatic urethral lift system. Journal of Sexual Medicine, 2014;11(1):279–287.

Vergleichsstudien und Reviews

• Jones, P. et al. Prostatic urethral lift vs. transurethral resection of the prostate: 24-month results. Journal of Urology, 2019;201(4):803–810.

• Sandhu, J. S. et al. Comparative effectiveness of minimally invasive treatments for benign prostatic hyperplasia: a systematic review. European Urology Focus, 2023;9(5):752–764.

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⚠️ Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt für Urologie. Die Inhalte wurden sorgfältig auf Basis aktueller Leitlinien und Fachliteratur erstellt, eine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Keine Haftung für Schäden durch Selbstmedikation. Letzte inhaltliche Prüfung: April 2026.